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Mozart und die Geige

07 Nov

Das Mozartjahr neigt sich seinem Ende zu und ebenso stehen jMozartkugeletzt auch vielleicht meine allerletzten Konzerte an. Jahrelang habe ich gemeinsam mit meiner Geige viele Konzerte bestritten, wusste aber, dass diese schöne Zeit vorbei sein würde, sobald ich die Schulzeit hinter mir habe. Da ich mich gegen ein Musikstudium entschieden habe – ich müsste ja üben *ircks* – muss ich die Geige in der Studienzeit niederlegen, weil ich wohl kaum Zeit für weiteren Unterricht habe. Die vielen Konzertangebote richten sich natürlich auch nur an die billigen weil kostenlosen Schüler.

geigeVier Jahre lang – April 2002 bis April 2005 – war ich Mitglied des Eifel-Ardennen Orchesters und verbrachte meine Osterferien in Kyllburg bzw. in Neuerburg.

2004 bis 2005 war ich im Stadtorchester Mayen tätig, wobei ich für jede furchtbar langatmige Probe 2€ bekommen habe. (hehe)

Jahrelang habe ich im Orchester Cochem-Daun mitgespielt und dabei unter anderem den Sommernachtstraum, die Carmensuite, die Nussknackersuite, Peter und der Wolf und den Karneval der Tiere aufgeführt.

Ab dem jahr 2002 habe ich auch in der Schule die Streicher-AG und das Salonsextett mit meinem Können beehrt. In der 11. Klasse habe ich es sogar in die erste Geige geschafft und die Lehrer unter mir gelassen. :P Diese AG war einst meine einzige, dafür ergiebige Einkommensquelle.

Mit einem Schlag aber, nämlich meinem Schulwechsel, war das vorbei und mir blieb nichts als das Orchester Cochem-Daun, in dem ich schon in der Grundschule mitgespielt habe, was wohl von der Qualität des Orchesters spricht.

Zu verdanken habe ich mein Können, das ich in insgesamt 12 1/2 Jahren erworben habe, meiner zweiten Geigenlehrerin, die mich seit über sechs jahren unterrichtet. Sie war es auch, dir mir mehrere Orchester nahegebracht oder mich auch zu den einzelnen Orchestern gefahren hat – Woche für Woche. Ein großes Dank an sie, wohingegen meine ersten sechs verschwendeten Jahre beim ersten Geigenlehrer mehr Zertifikate gebracht hat: So habe ich einmal bei Jugendmusiziert gemeinsam mit miner Schwester den dritten Platz belegt und habe zwei international anerkannte Prüfungen jeweils mit sehr gut bestanden – wobei ich zu der Zeit noch absolut nichts konnte und mir eine absolut falsche Haltung angewöhnt habe, an der meine Lehrerin jetzt noch zu kauen hat. Nur Dank Maßnahmen für Anfänger gelingt es ihr allmählich meinen Daumen da zu behalten, wo er hingehört.
Ich kann mir nicht vorstellen mit dem Geigenunterricht aufzuhören, der mich meine gesamte Schulzeit hindurch begleitet hat. Doch genau dieses steht mir wohl bald bevor. Und mein letztes Konzert, das ich eingeübt habe, wird das Violinkonzert Nr.3 in G-Dur von Mozart sein.

Wolfgang Amadeus Mozart, ein wahres Wunderkind. Seine Musik ist einfach wunderbar. In diesem Jahr – Dank Mozartjahr – durfte ich wohl einige Kostproben erleben. So war ich beispielsweise in „Le nozze di Figaro“, was in Koblenz aufgeführt wurde und habe selbst 5 Aufführungen des Mozartmuicals des Geschwister-Scholl-Gymnasium Dauns begleitet. Ich finde einfach keinen passenden Ausdruck für seine himmlische Musik, man muss sie schon selbst gehört haben.

Die Person Mozarts wäre mir wohl sehr suspekt gewesen. Filme, Musicals und Texte, die ich in der letzten Zeit über Mozart gesehen, beziehungsweise gelesen habe, vermitteln den Eindruck eines verwöhnten, eingebildeten Perverslings. Den meisten Schüler ist der ursprüngliche Text von Bona nox nicht bekannt, sondern nur die verharmloste Form:

Jugendfreier Text

Bona nox!
Bist a rechter Ochs,
Bona notte,
Liebe Lotte,
Bonne nuit,
Pfui, pfui,
Good night, good night,
Heut‘ müß‘ ma no weit,
Gute Nacht, gute Nacht,
’s wird höchste Zeit,
Gute Nacht,
Schlaf‘ fei‘ g’sund und
Bleib‘ recht kugelrund!

 

Originaltext: Wien, 2. Sep. 1788

Bona nox!

bist a rechta Ochs;

bona notte,

liebe Lotte;

bonne nuit,

pfui, pfui;

good night, good night,

heut müßma noch weit;

gute Nacht, gute Nacht,

scheiß ins Bett daß‘ kracht;

gute Nacht,

schlaf fei‘ g’sund und

reck‘ den Arsch zum Mund.

Hätte ich Mozart persönlich gekannt, hätte ich ihn und seine Musik verachtet. Aber jetzt? Seine Musik macht seinen Charakter vergessen.

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Verfasst von - 7. November 2006 in Allgemein

 

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