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Genie, Eros und Kursarbeiten

13 Nov

Letztens saß ich gelangweilt in der Bibliothek unserer Schule und ließ meinen Blick über die Lexika im vordersten Regal gleiten. Unter den vielen Brockhausbänden dann, starrte mich etwas an. Ein Buch, das mich so flehentlich ansah, dass ich nicht anders konnte, als es in die Hand zu nehmen. Die Einleitung übersprang ich und begann gleich mit der Lektüre. Die Darstellungsweise von Goethe in Lee van Dowskis Buch „Genie und Eros“ hatte bereits in den ersten Zeilen einen solch bleibenden Eindruck hinterlassen, dass ich abends im Bett lag und mir die Fortsetzung erdachte. Der nächste Tag war schulfrei und so verbrachte ich erst den Donnerstag während meiner Freistunden damit, das tolle Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen. Nach der 7. Stunde wollte ich mich immer noch nicht von dem Buch trennen und die nächste Möglichkeit, es weiterzulesen wäre die 6. Stunde am Montag gewesen – in der die Bibliothek natürlich geschlossen hat.

Mit einem kleinen Detail hatte ich aber nicht gerechnet: Man darf die Bücher in der Schulbibliothek ausleihen!! Ja, tatsächlich! Man darf es wirklich! (Ob man es glaubt oder nicht, an der alten Schule war das unmöglich.) Und so begleitet mich mein neuer Freund „Genie und Eros“ seit Donnerstag durch meine LK-Woche und ich erfahre allerhand über das Liebesleben Beethovens, Poes, Hoddlers, Byrons und Shelleys. Über das Schicksal einiger weine ich mit, über die Hartherzigkeit und die Verstocktheit anderer (nicht wahr, Byron?) bin ich empört.

Aber nun etwas anderes: Von 8 bis 12 Uhr war ich heute in der Aula eingesperrt und durfte mir Gedanken zu einem Auszug aus Sartres Film „Les jeux sont faits“ machen. Obwohl ich Sartres Grundeinstellung nicht vertrete, fasziniert mich dieser Mann doch und da ich mindestens zwei Stunden damit verbracht habe, eine Fortsetzung zu seiner Geschichte der Totenwelt niederzuschreiben, muss ich auch unbedingt das ganze Werk lesen. Ich hoffe darauf, dass die Schulbibliothek zufälligerweise auch Sartres Werke in der Originalsprache zu bieten hat. Ansonsten muss ich hier zu Hause mit der deutschen Version Vorlieb nehmen. ;)

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Ein Kommentar

Verfasst von - 13. November 2006 in Bücher, Studium

 

Eine Antwort zu “Genie, Eros und Kursarbeiten

  1. Dekar

    14. November 2006 at 16:44

    Ja, ja… Bibliotheken sind schon praktisch. Aber ich kann immer noch nicht verstehen, warum man in deiner alten Schule keine Bücher als Schüler ausleihen durfte… es müsste doch im Interesse der Lehrer sein, das Lesebedürfnis der Schüler, wenn vorhanden, zu stillen und ihr Interesse zu fördern.
    Ich lese das Buch vielleicht auch mal, wenn ich die 100 Bücher, die hier noch liegen und die ich für die Schule lesen muss/mich privat interessieren, gelesen habe.

    lg dekar

     

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