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Spuren im Sand

20 Dez

 

PIC00384

Ich habe hier zwei Deckchen gestrickt, die jeweils zwei Fußabdrücke zeigen. Als ich das Bild eines solchen Deckchens im Internet sah, erinnerte es mich gleich an die Geschichte mit den Fußspuren im Sand. Ein Mensch träumt davon, er gehe an einem Strand spazieren und könne auf sein ganzes Leben zurückblicken. Hinter sich sähe er immer zwei Fußspuren, die eine sei seine eigene, die andere die seines Herrn. Nur an den schwierigsten Stellen seines Lebens sei immer nur eine Spur zu sehen. Der Mensch fragt seinen Herrn, warum er ihn alleingelassen habe, woraufhin dieser antwortete, er habe ihn an diesen Stellen getragen.

Jetzt ist eigentlich wieder einmal solch eine Zeit, in der ich getragen werden müsste: Der Stress frisst meine Finger und meine Gesundheit und mein Selbstbewusstsein schwinden. Ich wusste, dass die Zeit des Abiturs anstrengend sein würde, doch wenigstens hatte ich mit meiner Gesundheit gerechnet. Trotzdem merke ich, dass ich eigentlich auf diesem ganzen Weg getragen bin. Auch wenn ich oft dachte, ich würde vieles nicht mehr schaffen, war meine einzige Niederlage bisher meine Krankheit. Und obwohl ich eigentlich immer unsicherer meinem Können gegenüber werde, erlange ich im Moment die Gewissheit, dass ich vor Klausuren keine zu große Angst zu haben brauche. Alleine hätte ich den Weg seit den Sommerferien nicht schaffen können. Und obwohl ich mich wieder einmal schmerzhaft von einer geliebten Person trennen musste, gibt es andere, die mir mein Herr an die Seite stellt und die mir helfen den Weg zu gehen, den ich gehen muss. Dafür bin ich sehr dankbar.

Die Anleitung für die Decke mit den Füßen gibt es hier.

Wer den Text „Spuren im Sand“ von Margaret Fishback Powers lesen will, kann danach natürlich in Google suchen, kann aber auch einfach auf „(mehr…)“ klicken.

Spuren im Sand (Video)

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
daß in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?“

Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.

“Von: Margaret Fishback Powers
Copyright ©1964 Margaret Fishback Powers
Übersetzt von Eva-Maria Busch
Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen. www.brunnen-verlag.de

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4 Kommentare

Verfasst von - 20. Dezember 2006 in Gedanken, Handarbeiten

 

4 Antworten zu “Spuren im Sand

  1. Dekar

    22. Dezember 2006 at 10:41

    Den Text „Spuren im Sand“ finde ich auch schön. Nur erzähl das mal jemandem, der wirklich tief in seine seelischen Probleme versunken ist und sich nicht mehr heraus traut. Es wird nicht viel helfen, denn das schwierigste Gegenargument gegen den Gedanken, dass Gott einem hilft, ist, dass es einem momentan schlecht gehe, also Gott nicht anwesend sein kann. Oder er ist so gemein, dass er zwar da ist, aber nicht wirklich genug hilft.
    Man kann dann sagen, was man will : man wird den anderen nur sehr schwer von dieser Meinung umstimmen können :S

    lg dekar

     
  2. Brunnen Verlag

    13. Februar 2007 at 16:14

    Hallo!

    Schön, dass Ihnen das Gedicht Spuren im Sand gefällt und Sie es auf Ihrer Homepage veröffentlichen. Nun hat das Gedicht auch eine Autorin: Margaret Fishback Powers, deren Urheberrechte von Ihrer Veröffentlichung betroffen sind.
    Wenn Sie das Gedicht privat oder im kirchlichen Bereich öffentlich machen, bitten wir im Namen der Autorin und als Rechteinhaber der deutschen Fassung dringend darum, folgende Copyrightangaben unter das Gedicht zu stellen:

    Von: Margaret Fishback Powers
    Copyright ©1964 Margaret Fishback Powers
    Übersetzt von Eva-Maria Busch
    Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen. http://www.brunnen-verlag.de

    Ebenfalls weisen wir darauf hin, dass das Gedicht einzig in der von der Autorin autorisierten Fassung genutzt werden darf. Jegliche Veränderungen am Originaltext sind entsprechend dem Urhebergesetz nicht statthaft. Wir bitten Sie deshalb, die beigefügte Originalfassung zu nutzen, oder gegebenenfalls auf die Veröffentlichung des Gedichtes zu verzichten.

    Falls Sie das Gedicht im gewerblichen oder nichtkirchlichen Bereich veröffentlichen, weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass jegliche gewerbliche Nutzung des Gedichtes ohne vorherige schriftliche Anfrage beim Brunnen Verlag Gießen und dessen schriftlicher Genehmigung nicht statthaft ist. Bitte setzen Sie sich gegebenenfalls umgehend mit uns in Verbindung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ralf Tibusek
    Internationale Rechte

    Brunnen Verlag Gießen
    Gottlieb-Daimler-Str. 22
    35398 Gießen

     
  3. Melanie

    15. Februar 2007 at 13:20

    Ich finde das Gedicht „Spuren im Sand“ auch sehr schön und mir kamen richtig die Tränen, als ich das Video sah, da es mich an meinen verstorbenen Großvater erinnerte. Es wäre schön, wenn Sie mir das Video schicken könnten.
    Liebe Grüße, Melanie Jones

     
  4. Kiya

    16. Februar 2007 at 07:49

    Das Gedicht ist auch wirklich wunderschön. Margaret Fishback Powers hat da ganze Arbeit geleistet.
    Ich selbst bin aber weit davon entfernt, solche Videos selbst herstellen zu können. Deswegen habe ich ja auch nur auf die Seite cxflyer.com umgeleitet. Die haben das nämlich voll drauf. ;)

    Gruß
    Kiya

     

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