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Die Letzten werden die Ersten sein

19 Mrz

In nächster Zeit werden wohl oder übel noch weitere Beiträge zu meinem Schulleben auftauchen, das nun endgültig vorbei ist. Den Anfang macht der Artikel aus der Abizeitung über mich, geschrieben von F.. Mit den Zahlen habe ich kleinere Anmerkungen eingefügt, die vielleicht dem Verständnis helfen.

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Die Letzten werden die Ersten sein

Kiya hielt sich so lange wie möglich vom Max-von-Laue entfernt (Schüler des Max-von-Laue verstehen wieso). Doch irgendwann musste sie sich der Realität stellen und stürzte sich ins Abenteuer. Sie reiste von Cochem nach Koblenz. Obwohl sie beinahe eineinhalb Jahre unsere Schule besuchte [1], wird sie immer noch von einigen Leuten in einem falschen Licht gesehen (ich will keine Namen nennen) und das wollen wir jetzt aber ganz schnell ändern. Nein, Kiya war und ist keine Streberin! Ihr Leben richtete sich nicht nur nach der Schule. Dort war sie zwar sehr zielstrebig und ehrgeizig, doch dies war sie nicht nur in der Schule. Ihre ganze Freizeit opferte sie niemals nur für diese Institution, denn dazu hätte sie nicht die Zeit gehabt. Ihr Ehrgeiz wurde nicht nur in der Schule geweckt, sondern auch im Musikalischen und in den Kampfkünsten. Mit ihrer Violine spielte und spielt sie nahezu jeden in den Boden und ihr Freund wird ihr demnächst im Kendo sowieso unterliegen [2]. Man kann also ganz klar sagen, dass die Schule in ihrem Leben nicht die wichtigste Rolle spielte und obwohl sie sich manchmal ein wenig extrem über „schlechte“ Noten (alles was schlechter als 14 Punkte ist) aufregte, muss sie nicht gleich ein Streber sein, denn jeder ist mehr oder weniger erfolgreich bemüht gute Noten zu schreiben. Ihre stetige mündliche Beteiligung wurde von einigen Schülern als nervig angesehen, doch hier sprach eindeutig der Neid aus den Schülern, denn eigentlich konnte man sie nur dafür bewundern, dass sie nahezu auf alles eine Antwort wusste und sich auch traute diese zu geben. Vielen Strebern wird auch vorgeworfen, dass sie Aufgaben schon bereits vor dem Abgabetermin erledigt haben, doch dies kann auf keinen Fall auf Kiya zutreffen. Wir erinnern uns nur an ihre Facharbeit in Französisch, die sie als Letzte abgab (sie hatte auch eine gute Ausrede) [3]. Im Gegensatz zu jedem Streber ist sie sehr hilfsbereit und sie ist sehr nett. Alle Schüler, die jetzt noch der Meinung sind, dass Kiya eine Streberin ist, denen muss man sagen, dass der Begriff des Strebers meist von Schülern gebraucht werden, die ihre eigenen Defizite überdecken wollen.
Abgesehen von ein paar aggressiven Anwandlungen von Kiya (in Bezug auf einige Lehrer und Schüler)[4], die leider nur andeutungsweise zu verspüren waren, könnte Kiya nicht einmal einer Fliege etwas zu Leide tun. Glaubt man einigen Leuten aus dem Biologie Leistungskurs, so würde sie noch nicht einmal ein Staubkorn sezieren können[5], was doch durchaus sympathisch und beruhigend ist.
Sehr enttäuschend waren jedoch ihre sportlichen Leistungen, da sie eigentlich eine Begabung für das Tanzen besitzen müsste [6]. Sympathischerweise ist sie eher musikalische begabt und gliederte sich wunderbar in unsere unsportliche Gemeinschaft ein. Zwar war sie immer bemüht, einen guten Eindruck im Sportunterricht zu hinterlassen [7], doch hatte man trotz den Bemühungen immer einen guten Gesprächspartner, während man im Kreis herumrannte.
Ihre religiösen Leistungen hingegen waren – soweit ich das mitbekam – umso überraschender. Selbst die „überzeugtesten“ Leute versuchte sie umzustimmen. Sie vertrat ihre religiösen Meinungen immer eindeutig und begründet [8].
Doch vor allem ist sie die Vertreterin der Äffchentheorie. Wenn ich mich recht entsinne, ist sie sogar die Erfinderin dieser Theorie [9]. Mit großer Wahrscheinlichkeit hatte sie am Max-von-Laue schon einen Äffchenclub gegründet und wenn man sie in den Pausen nicht in der Bücherei fand, so hatte sie sich sicher mit diesem streng geheimen Club zurückgezogen [10]. Trotz dieser bizarren Anwandlungen war Kiya immer nett – abgesehen von ein paar Ausnahmen. Eine dieser Ausnahmen trat immer kurz vor dem Geschichtsunterricht ein. Dann wurde sie immer richtig gemein und behauptete immer (auch wenn keiner gelernt hatte), dass wir jetzt gleich eine HÜ schreiben würden [11] (ich verzichte hier auf Vergleiche mit Sven) [12].
Trotzdem war es sehr schade, dass Kiya erst so spät auf unsere Schule ging. Vor allem im Musikunterricht fehlte sie uns sehr [13].
Mit ihrem Ehrgeiz wird sie bestimmt noch sehr weit kommen. Die Äffchentheorie wird selbstverständlich an weltweiter Bedeutung gewinnen und wenn sie dann den Nobelpreis dafür bekommt, werden wir sicher alle lobend erwähnt [14]. Ansonsten studiert sie einfach Französisch [15] oder … ach egal, sie kann eigentlich alles studieren (außer vielleicht Sport).
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[1] Ehrlich gesagt war es ziemlich genau ein Jahr. Ich kam in der 12/2 und blieb bis zu 13.

[2] Das ist wohl sehr unwahrscheinlich… außerdem spricht das gegen meine sportliche Unbegabung, auf die später noch eingegangen wird.

[3] Ich erledige generell alles auf den letzten Drücker, so auch die Facharbeit. Ich hatte das Glück, den Abgabetermin Dank einwöchigem Krankenhausaufenthalt um eine ganze Woche nach hinten zu verlegen.

[4] Allgemein würde ich von mir behaupten, ein sehr friedfertiger Mensch zu sein. Leider hat F. meinen Charakter wohl doch sehr schnell richtig einzuschätzen gelernt. Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, auf welche Begebenheiten sie hier anspielt, doch kann ich bestätigen, dass das T-Shirt „Ich bin nicht aggressiv, DU ARSCHLOCH!“ wohl zu deutlich zu mir passt.

[5] Als Vegetarier fühle ich mich dazu verpflichtet, so vielen Tieren wie möglich das Leben zu retten und sehe nicht ein, unschuldigen Mehlwürmern den Kopf abzutrennen, nur um an deren Riesenchromosom zu kommen. Auch das übrige Rumschnippeln an Leichenteilen habe ich vornehmlichst meinen Kollegen überlassen.

[6] Eine Anspielung darauf, dass meine Mutti früher meinte, meine Schwester müsse Geige spielen und ich eher zum Ballett gehen. In Wahrheit hat meine Schwester bis vor kurzem getanzt und die Geige dafür schon sehr früh an den Nagel gehängt, während ich bei meiner schwer erkämpften Geige geblieben bin und dafür in keiner einzigen Sportart wirklich Talent zeigte.

[7] Nachdem mir meine Sportlehrerin in der Epochalnote nur 9 Punkte verliehen hat – aus unerfindlichen Gründen – habe ich mich in der 13 stärker bei ihr eingeschleimt und war doch sehr um sie bemüht. :P Die Folge: Die Epochalnote wurde in meinem letzten Schuljahr abgeschafft.

[8] Der einzige, auf den das zutreffen könnte, wäre ein Lehrer meiner alten Schule, von dem ich aber nicht erzählt habe. Da bei meinem Metzausflug auch keine „überzeigten“ Leute dabei waren, die davon so viel erzählt hätten, nehme ich an, dass sich F. hier auf die Aufnäher meines Rucksackes stützt und auf Aussagen, dass ich mich in der Bibel gut auskenne.

[9] Nein, dem ist keineswegs so und so tut es mir Leid, dass ich als solcher in der Abizeitung stehe. Ich bin nur eines der vier Mitglieder der Äffchensekte, die sich mehr oder weniger wieder in Luft aufgelöst hat.

[10] Was natürlich nie der Fall war, da ich grundsätzlich in der Bibliothek anzutreffen war. :P

[11] Ich war mir da wirklich sicher, dass wir eine HÜ schreiben würden. Dem war natürlich nie so, obwohl unser Geschichtslehrer in anderen Kursen auch unangekündigte HÜs schreibt. Dafür wurden in anderen Fächern genau dann HÜs geschrieben, wenn ich nicht damit gerechnet habe.

[12] Das stimmt wohl: Sven war, so weit ich mich entsinne, der einzige, der glaubhaft verbreiten konnte, dass wir gleich eine HÜ schreiben würden. Das bedeutete manchmal richtigen Stress, wenn ich versucht habe, mir in den letzten zwei Minuten bevor der Lehrer kommt den gesamten Stoff der letzten zwei Stunden anzueignen.

[13] Eine Andeutung darauf, dass ich als einzige im Musikkurs in der gesamten Musiktheorie bewandert war und so bei der neusten Lehrerin in Kurs13 glänzen konnte?

[14] Ich werde versuchen, mich daran zu erinnern.

[15] Seltsamerweise habe ich F. diesbezüglich widersprochen, als sie mir den Text zum ersten Mal zum Lesen vorlegte. Mittlerweile sieht es tatsächlich so aus, als würde ich Französisch studieren…

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Verfasst von - 19. März 2007 in Studium

 

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