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Bücher als Lebenssinn

20 Mrz

zitat2
(Thomas Jefferson, amerik. Politiker, 1743-1826)

Das dürfte wohl auch auf mich zutreffen. Eine der schlimmsten Vorstellungen für mich ist, mein Leben zu lassen, ohne genug gelesen zu haben und die wichtigsten und schönsten Bücher vielleicht ausgelassen zu haben. So bin ich jetzt auch froh über die Pause zwischen Schule und Studium und habe mir schon in Gedanken einen immensen Bücherberg bereit gelegt, den ich zu verschlingen gedenke.

Passenderweise stand heute in der Rhein-Zeitung ein Artikel zum Thema Kultur „Niemand in der EU liest lustloser“. Der Autor beschwert sich in dem Artikel darüber, dass 41% der deutschen Schüler angibt, außerhalb des Deutschunterrichtes nie ein Buch zu lesen. Ich habe von diesem Phänomen auch schon gehört, lesen viele Schüler doch nicht einmal die Bücher, die der Deutschunterricht ihnen aufzwingt. Schon öfter wurde mir die Ehre zuteil, Aufsätze von Schülern über Bücher zu lesen, die die Bücher nie gelesen hatten. Die Aufsätze sind zwar grundsätzlich unpassend, aber dennoch interessant. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir dabei eine Analyse des Prologs im Himmel aus Goethes Faust I.
Aber wahrscheinlich habe ich es hauptsächlich mit den 59% der Leute zu tun, die trotzdem lesen. In meinem Umfeld liest jeder, sogar mein Bruder, der seine Deutschunterrichtlektüre verschmähte, las in seiner Freizeit einige Bücher (die mir selbst seltsamerweise nie zugesprochen haben). Tatsächlich aber kann ich mich an einige Gesichter erinnern, die Bücher höchstens als Heizmaterial zu verwenden verstanden hätten. Es sind die Gesichter, die mich voll Hass ansahen, als ich meine Buchvorstellungen durchführte und über mich spotteten, als ich in den Pausen ein Buch in der Hand hielt. Aber außerhalb der „Klassengemeinschaft“ – die es in meinen Erinnerungen einfach niemals gibt – hate ich mit solchen Banausen nie zu tun.
Dabei fällt mir ein, dass ich einer Brieffreundin mal schrieb, dass mein Erkennungszeichen sei, ich sei niemals ohne Buch in der Hand anzutreffen.

Ohne Bücher kann ich nicht leben und mir ist in der Schulbibliothek aufgefallen, dass ich Bücher dem Internet insgeheim vorziehe, auch wenn man länger und vergeblicher suchen kann. Aber ich will das Internet nicht mit Büchern ausstechen. Auch das Internet hat seine Vorzüge. Das geschriebene Wort erscheint mir im Internet allerdings kunstlos, da sich hauptsächlich Laien ans Werk machen, bei denen das geschriebene Wort nicht als Kunst gelten kann. Bücher, gute Bücher, wecken in mir immer noch die Ehrfurcht vor den brillant gewählten Worten. Nein, ohne Bücher, nur mit Internet möchte ich niemals leben.

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Verfasst von - 20. März 2007 in Zitate/Gedichte

 

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