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Hommage an die dreieinhalb – 5

22 Mrz

Herr G. folgt als letztes und bildet somit unverkennbar die „einhalb“ nach der drei. Er zählt nur zur Hälfte, weil meine Meinung über ihn gespalten ist, was ich näher zu erläutern gedenke. Wahre Bewunderung verdient Herr G. für sein Wissen, das tatsächlich grenzenlos zu sein scheint. ‚Herr G. weiß alles!‘ ist von daher die passendste Beschreibung. Weiß Herr G. mal ausnahmsweise etwas nicht (ja, auch das kommt seltsamerweise manchmal vor), wird er so lang in der Bibliothek über Wissenslexika brüten, bis er auch diese Wissenslücke aufgefüllt hat. Ich habe mir direkt bei unserer ersten Begegnung geschworen: Wenn ich mal groß bin, will ich genauso viel wissen wie Herr G.. Der zweite Anziehungspunkt meiner Faszination ist seine ruhige Art, gelassen mit allem umzugehen. Kritik lässt er erst gar nicht an sich herankommen, sondern mokiert sich über alles und jeden, der nicht seine Gelassenheit teilt. Und wieder: Wenn ich mal groß bin….
Genau diese Art ist es aber auch, die Herrn G. von einer ganzen zu einer halben Person in meiner Liste reduziert. Wenn ich nämlich mal etwas sage, mokiert er sich auch über mich, was ich gar nicht haben kann. Ich weiß, dass er Recht hat, wenn er sagt, ich müsse lernen selbstbewusster mit Prüfungen umzugehen, und ich finde es auch toll von ihm, dass er mir dies sagt. Allerdings komme ich mir dabei so überschätzt vor. Natürlich gab er mir auch weiterhin persönliche Ratschläge (Principiis obsta!), ein weiterer großer Punkt für ihn, denn er kümmerte sich tatsächlich um jeden Schüler persönlich – oder es kam einem zumindest so vor. Man war nicht ein Schüler von Hunderten, sondern Individuum! Der zweite große Kritikpunkt allerdings ist, dass er zwar alles weiß und die Schulstunden durch sein Wissen also sehr interessant gestalten kann, doch sind die meisten Stunden einfach nur furchtbar langweilig.
Man kann Herrn G. für seine Art lieben und hassen, ich kenne Schüler beider Parteien und ich zähle mich zu beiden ein wenig dazu – mehr zur Partei, die ihn liebt, ansonsten hätte ich ihn nicht in meiner Liste der dreieinhalb aufgenommen. Herr G. wird bald in den Ruhestand treten, ich hoffe aber für ihn, dass er auch dort seine Wissenslücken immer noch weiter füllen kann.

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Verfasst von - 22. März 2007 in Studium

 

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