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About smoking

22 Mai

PIC00451

Dieses Bild wurde von mir eigenhändig in einer Londoner U-Bahn aufgenommen. Das erklärt auch, warum das Bild so verwackelt und unscharf ist. Auf der linken Hälfte steht neben der Kaffeetasse: „A selection of places that go smokerfree“. Rechts steht unter dem Datum July 1st: „Pubs, shopping centres, garages, cafes, clubs, taxis, offices, factories and staff rooms, In fact, it’s an enclosed public place or workplace, it’ll almost certainly be smokerfree from July 1st.“
Was jubelte da mein Nichtraucherherz über diesen Triumph! Leider war ich zu früh in London, um es auskosten zu können: ich wurde einen ganzen Abend in einem Pub zugequalmt – meine Lebenserwartung wird sich um einige Momente verkürzt haben. Aber dafür durfte ich etwas über die englische Raucherkultur erfahren, bevor sie so vollkommen eingeschränkt wird. In Zügen klebt das Nichtraucherzeichen an jedem Fenster, so wie es auch kontinuierlich den ganzen Flug über jeder Sitzreihe leuchtet. Nichtraucherzeichen befinden sich überall. Restaurants sind zumeist alle raucherfrei, darf man unserer Gastgeberin trauen – nur wir haben wahrscheinlich das einzige erwischt, in dem es noch nicht verboten war. Argh!! So froh ich als Nichtraucher auch darüber bin, taten mir die Raucher plötzlich sogar Leid. Überall wird sehr offen gezeigt, dass sie nicht willkommen sind. Vielleicht hat es ja den psychologischen Effekt, dass das Rauchen keinen Spaß mehr macht, aber wer weiß, ob es jetzt noch Spaß macht. Ich weiß, dass es sehr schwer sein muss, sich von seiner Nikotinsucht zu befreien und diese ganzen Verbotsschilder müssen dabei echt frustrieren. Weiterhin kam es mir so vor, als gäbe es in London trotz der ganzen Verbote verhältnismäßig viele Raucher. Auf der Straße herrschte geradezu von allen Seiten ein frischer Nikotingeruch. Wie kommts? Klar: In vielen Gebäuden ist das Rauchen bereits verboten. Das bedeutet, dass die Raucher dahin ausweichen, wo man ihnen das Rauche nicht verbieten kann: Die frische Luft! Vor jedem Geschäft kann man ab und zu sämtliche rauchende angestellte sehen. Kein sehr verlockender Anblick.
Ich finde es furchtbar, wenn in Räumen geraucht wird, in denen ich mich befinde; ich finde es aber auch furchtbar, wenn ich unter freiem Himmel zugequalmt werde. So gut das kommende Rauchverbot auch sein mag: Ist es nicht möglich noch irgendeine andere Alternative für Rauche zu finden?

Schutz der Nichtraucher nimmt in letzter Zeit vermehrt zu. Geschieht so etwas nicht normalerweise nur mit gefährdeten Tierarten? Wenn die Nichtraucher bald auf der Roten Liste stünden, würde ich mir ernsthaft Gedanken machen. Aber vielleicht liegt es nur daran, dass die Menschen wieder einmal ein Opfer gefunden haben, das sie ausrotten wollen (einfach nur so zum Spaß, wie die Büffel in Amerika damals): die Raucher! Als Grund wird die Gesundheit aufgeführt, auf die vermehrt geachtet wird. Es gibt sogar Geschäfte in England, bei denen alle Produkte gekennzeichnet sind, di für Vegetarier geeignet sind! Eine sehr nützliche Erfindung, die auch hier in Deutschland Verbreitung finden sollte.

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3 Kommentare

Verfasst von - 22. Mai 2007 in Allgemein, Erlebtes

 

3 Antworten zu “About smoking

  1. Dekar

    22. Mai 2007 at 20:03

    Ich fand die Plakate auch lustig. Es gab noch mehr davon und auch Schilder, die vor den Bahnhöfen stehen. Ich will nicht in der Lage der Raucher sein, denn die meisten werden es nicht schaffen, bis dahin mit dem Rauchen aufzuhören. Dazu muss ich auch immer an CCTV denken: diese miesen Kameras, die überall in England herumhängen und alles und jeden aufnehmen ;)

     
  2. Momoko

    24. Mai 2007 at 13:06

    Wie du weißt bin ich ja auch Nichtraucher, aber ich finde es übertrieben wie da gegen die Raucher vorgegagen wird. Es würde auch reichen wenn man einfach Raucher- und Nichtraucherkneipen macht und dass das an der Tür steht oder so. Also dass man das einfach trennt. Wenn Homosexuelle nicht in Kirchen gesegnet werden ist das Diskriminierung, aber wenn Raucher überall ausgeschlossen und verdrängt werden ist das lobenswert..
    Intressante Gesellschaft…

    Liebe Grüße,
    Momoko

     
  3. Kiya

    24. Mai 2007 at 13:59

    Hö? Wieso hat mein blödes Spamprogramm Momokos Kommentar geschluckt? Ich hoffe, dass da nicht noch mehr Kommentare verschwunden sind, zu der Zeit, als ich noch täglich mehrere Hundert so Dinge hatte und nicht alles durchgesehen habe.

    Ich finde es tatsächlich lobenswert, wenn ich keinem Raucher mehr begegnen muss. Homosexualität ist angeboren (wenn man den Forschern miit ihrem sogenannten Schwulengen trauen darf), das Rauchen hat sich jeder selbst ausgesucht. Na klar, man kann vorbringen, dass die Raucher Opfer der Gesellschaft geworden sind, die sie dazu gedrängt hat. Es mag stimmen, dass die meisten aus Gruppenzwang mit der Sucht anfangen und hernmach nicht mehr davon loskommen. Dennoch sind sie es Schuld und sie sind selbst dafür verantwortlich. Ich hatte mit Dekar eine interessante Unterhaltung darüber, inwieweit der Staat hierin eingreifen darf. Dem Staat mag es nicht gefallen, dass so viele Raucher die Krankenkassen arm machen, aber darf er wirklich den Menschen vorschreiben, ob sie zu rauchen oder nicht zu rauchen haben?
    Der einzige Grund, den man für solch ein Verbot anführen kann, ist das Wohl und der Schutz der Nichtraucher, aber wie ich schon sagte: Geschützt wird nur, was vom Aussterben bedroht ist. Vielleicht sollte man den Raucher auf die Rote Liste setzen und ihn schützen? ;)

    Gruß
    Kiya

     

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