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Voll von Vorurteilen

28 Mai

Bibliothekare sind dick, Bibliothekare rauchen und sie haben den größten Teil des Tages nichts zu tun, weshalb sie sich zu niveaulosen Gesprächen hinreißen lassen. So viel zu den Eindrücken meines zweiwöchigen Praktikums in einer Stadtbibliothek (welche das war bleibt besser aus Schutz der dort Arbeitenden geheim). Der Bibliothekarberuf ist also eindeutig nichts für mich.

Das Praktikum war sehr interessant, da ich tatsächlich in alle Bereiche der Bibliothek einmal schnuppern durfte. Sogar in der Buchbinderei war ich und kann meine Schulbücher nun alle selbst ‚luxen’. Besser noch als Mama. An den meisten Tagen hat das Praktikum sogar Spaß gemacht und besonders interessant waren die ernsthaften Gespräche, die ich mit Einzelpersonen führen durfte. Dennoch möchte ich nicht dort arbeiten. Warum? Ich bekäme sowieso keine Stelle! Seit es das neue Berufsbild des Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste gibt, stellt keine staatlich unterstütze Bibliothek mehr Diplombibliothekare ein, die mehr Geld verlangen. So kam es, dass ich kaum jemanden mit Abitur getroffen habe. So wenig ich es mir auch vorher hätte vorstellen können: Man merkt den Unterschied, ob man einen ehemaligen Hauptschüler oder doch einen Gymnasiasten vor sich hat.

Eigentlich sollte man auch meinen, dass die Bibliothek – als öffentliches Gebäude – rauchfrei bleibt. Trotzdem hat es vor allem im ersten Stock beträchtlich nach Nikotinausdünsten gerochen. Als ich in der Erwerbung meine Stunden verbrachte, verbrachte ich diese auch gleichzeitig im Zigarettenduft.

Als besonderen Eindruck habe ich die Tasse der einen Bibliothekarin mit folgender Aufschrift in Erinnerung behalten: „Ich bin stolz, ein freundlicher, Bücher stempelnder, leise sprechender, hilfsbereiter, belesener Bibliothekar zu sein“.

Als Nebeneffekt diente das Praktikum dazu meine Scheu und Abneigung Bibliotheken gegenüber endgültig zu vertreiben. Nun bin ich also auch endlich ein aktiver Bibliotheksbenutzer geworden und passe endlich in all die Statistiken, die besagen, dass vor allem Schüler und Studenten Bibliotheken benutzen und nur aktive (oder ehemals aktive) Benutzer Bücher auch selbst kaufen (warum auch immer).
Bibliotheken sind toll! Sie dürfen niemals verschwinden!

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Verfasst von - 28. Mai 2007 in Allgemein, Studium

 

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