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Mission: Burgfräulein II

06 Jun

Gestern dachte ich noch, es sei eigentlich ganz okay in der Burg zu arbeiten. Es ist nur ein wenig stupide. Siebenmal habe ich denselben Text erzählt. Sogar fast wortwörtlich. Ich darf den Gästen nichts Interessanteres erzählen, da ich ja sonst die wichtigen Sachen der Burg auslasse. Ich wünschte, ich könnte wenigstens ein Buch mit in die Führung nehmen. Oder ich könnte irgendwelchen blöden Witze erzählen, anstatt nur in die steifen Gesichter zu schauen. (Kollege: „Ich bringe Sie hier mal als erstes um die Ecke…“) Aber ich würde auch wieder täglich dieselben Witze erzählen und selbst wenn die Leute lachen, fühle ich mich irgendwann total unlustig – spätestens, wenn ich den Witz das zweite Mal erzähle. Am schönsten war eine Privatführung, die ich am Ende einem Paar geben durfte: Sie waren interessiert und stellten viele Fragen. Da es schon spät war, musste ich auch nicht allzu arg darauf achten, die 40Minuten einzuhalten. :)
Das Positive an dem Beruf: Ich bekomme tolle Kleider (auf die ich auch verzichten würde (keine Hosentasche, sehr unpraktisch!)), ich darf mit dem tollen Schlüsselbund die ganze Führung über rumspielen (5 Schlüssel! Das wollte ich schon immer mal.) und ich bekomme Geld (Und ich habe keine Ahnung, wofür ich es ausgeben soll.). Bei dem Trinkgeld, das man bekommt hängt es letztendlich nicht davon ab, wie gut die Führung war (die Führungen waren nämlich fast alle gleich; die einzige Führung, die schlecht war, war die als im nächsten Raum noch eine Gruppe war und mir nichts mehr eingefallen ist, was ich noch sagen könnte -.- ). Hat man auch nur einen spendablen Besucher in der Gruppe, so schließt sich die restliche Truppe mit den Spenden an. Ansonsten gab es eben auch Gruppen, bei denen ich nichts bekommen habe (und das war nicht die Gruppe, bei der ich die Panne hatte).
Trotz all dieser positiven Dinge will ich immer noch nicht hin. Warum kommandiert man mich an genau den Tagen ab, an dem jeder normale Mensch – und somit auch Dekar – frei hat? Ich würde gerne montags bis freitags von 8.00 bis 15.00 arbeiten. Das reicht mir völlig aus. Aber nein, ich arbeite feiertags und samstags und darf die Woche über daheim bleiben. Burgfräulein werden mit der Zeit todunglücklich und verdummen.

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Ein Kommentar

Verfasst von - 6. Juni 2007 in Allgemein, Erlebtes

 

Eine Antwort zu “Mission: Burgfräulein II

  1. Dekar

    9. Juni 2007 at 11:50

    Wenigstens bekommst du Geld dafür ;) Es gibt, denke ich, schlimmere Nebenjobs, als Führungen zu machen. Wenigstens musst du nicht, wie viele Kellner, auch abends arbeiten. DAS fände ich schlimm ;)

     

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