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Toiletten

19 Aug

Wenn man den ganzen Tag in einer Stadt herumläuft, bleibt es nicht aus, dass man ab und zu nur noch nach einer Toilette Ausschau hält. So habe ich einige Berliner Toiletten besichtigt und mir ist aufgefallen, dass es da tatsächlich einige gravierende Unterschiede von Klohäusel zu Klohäusel gibt. So muss ich hier an dieser Stelle eine kleine Zusammenfassung der unterschiedlichen Toilettenspülungen veröffentlichen.
Wie oft haben Menschen schon nach verrichtetem Geschäft im Häuschen gestanden und sind verzweifelt, weil sie die Spülung nicht gefunden haben oder sie nicht zum Laufen brachten. Meine erste Begegnung mit solch einem unbetätigbaren Abzug war meinen Erinnerungen gemäß eine Toilette in einer Pariser Wohnung, bei der ich wirklich alles versucht hatte – es ging nicht. So habe ich nach langem Suchen – selbst zwar nach verrichtetem Geschäft – trotzdem unverrichteter Dinge mit hochrotem Gesicht das Räumchen verlassen. Dabei wurde dem Unkundigen hier tatsächlich noch geholfen, denn wie mir später erklärt wurde, stand auf dem Abzug das französische Wort „Tirez“, das ja unmissverständlich ist – ich damals aber noch nicht verstand.
In einer Potsdamer Toilette am Schloss Sanssouci gab es ähnliche Hilfe, dort musste man eine Kachel berühren, um das Wasser fließen zu lassen. Clever konnte man dann kombinieren, dass man den Wasserhahn in ähnlicher Weise zum Laufen bringt und tatsächlich gab es eine Kachel, die mir das erwünschte Wasser zum Fließen brachte. Seltsamerweise ging die Toilettenspülung noch einmal los, als ich die Türe öffnete – das war also wirklich absolut idiotensicher. An einer anderen Toilette gab es zwei Knöpfe und man hatte die Qual der Wahl. Auf dem einen Knof gab es einen halb-, auf dem anderen einen ganzgefüllten Kreis. Was das bedeuten sollte, weiß ich nicht genau. Wahrscheinlich war der halbe Kreis fürs kleine und der ganze fürs große Geschäft. Nach langer Überlegung habe ich auf den Knopf mit dem ganzen Kreis gedrückt. Danach probierte ich auch noch den anderen Knopf aus, es passierte aber nichts. Vielleicht nur eine Attrappe? Oder eine Sicherung für solche Zweimaldrücker wie mich. Naja, Hauptsache, es hat einmal geklappt.
Aber selbst wenn man aus der Kabine ohne Probleme wieder herauskam, konnte es passieren, dass man dann doch noch festhing. In einer öffentlichen Berliner Toilette musste man 50cent bezahlen, um durch das Drehkreuz durchzukommen. Hinterher fand ich keinen Ausgang. Als ich schon verzweifelte, sagte mir eine freundliche Mitarbeiterin dort, dass ich durch dasselbe Drehkreuz hinauskönne, durch das ich hineinglangt bin. Das nenne ich Technik!
Über den Preis muss man sich aber nicht wundern. In jedem Geschäft und Fastfoodrestaurant steht gleich ein riesengroßes Schild, dass die Benutzung der Toiletten nur für Gäste kostenfrei ist. Ansonsten muss man 50cent bis ganze 2€ bezahlen, um sich erleichtern zu dürfen.
Besondere Erwähnung verdienen auch noch die Toiletten des Theaterhauses Berlin. Wie das halt so ist, trifft sich das gesamte weibliche Publikum in der Pause auf der Toilette. Und tatsächlich gab es dort eine Angestellte, die vor jedem Besucher der Einzelkabinen den Toilettensitz mit einem trockenen, weißen Tuch abwischte. Welch ein Luxus!
Wenn man an Luxustoiletten denkt, kommen einem natürlich die japanische Hightech-Toiletten in den Sinn. Nachdem ich auf einer solchen aber mal alle Knöpfe ausprobiert hatte (die Beschriftung war japanisch..), machte ich damit aber keine Experimente mehr, sondern benutzte sie so, wie man die in der Heimat auch benutzt. Interessant ist es, wenn dann in einem einzigen Raum beide Typen von Toilette vereint sind: Hightech und Loch im Boden. Auch solche Löcher im Boden haben etwas…
Wie man sieht, ist die Welt der Toiletten tatsächlich eine ganz eigene für sich. Vielleicht lohnt sich eine Doktorarbeit darüber.

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Verfasst von - 19. August 2007 in Allgemein, Erlebtes, Gedanken

 

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