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Mittwoch ist Entdeckertag

29 Aug

Als eine Art Fremdsprachenassistentin fahre ich jetzt bis Studienbeginn jeden Mittwoch an eine Grundschule, um dort 19 hochbegabten Kindern der dritten und vierten Jahrgangsstufe Latein beizubringen.
Das ist der sogenannte Entdeckertag. Der Entdekertag ist ein Projekt, bei dem hochbegabte Schüler des Kreises sich einmal wöchentklich treffen, um anspruchsvolleren Unterricht zu bekommen. Sie dürfen dort selbständig eigene Themen erarbeiten und werden hauptsächlich mit Dingen überhäuft, die sie nicht in der Schule lernen. Eigentlich sollte eine Frau für Polnisch, Rumänisch oder Spanisch kommen, doch die kommt vorerst nicht und so bin ich eingesprungen. Da das erste Thema der Kinder die Römer sind, erzähle ich ihnen was über deren Sprache. Und so ging es heute Morgen los.
Der Tag war eigentlich super, die Schüler sind süß – zumindest der Hauptteil. Mindestens einer war verhaltensgestört (oder doch nur hochbegabt?) und einer war so ein großer Schwätzer, dass es nicht verwundert, dass der Klassenlehrer es nicht mehr mit ihm aushält. In den Pausen haben sich einige geprügelt und sich völlig daneben benommen, aber wie gesagt: Eigentlich sind alle gaz süß. Für Mathe und Sprache haben wir heute Jungs und Mädchen getrennt. Abgesehen davon, dass die Jungs sowieso in Überzahl sind, hatten die mMädels in deren Gegenwart keine Chance. Die Trennung tat ihenen wirklich gut und so hatte ich zuerst mit den Mädchen Lateinunterricht: Wo spricht man Latein heute noch? Wrum lernt man Latein heute noch an der Schule? Und dann habe ich lateinische Wörter an die Tafel geschrieben, bei denen sie das deutsche Wort herausfinden sollten. Man kann Ähnlichkeiten immer entdecken, doch wenn man noch kein Französisch hatte, dann ist das wirklich schwer: murus, radix, porta. Aber sie haben sich gut geschlagen und es hat ihnen auh Spaß gemacht. In den letzten zehn Minuten kamen die Jungs und ich hätte sie an die Wand klatschen können. Nur einer hat was gesagt und selbst der Dummschwätzer, der echt sehr vieles richtig weiß, hat nur Schiß dazwischengequakt. Drei von ihnen erwürgt und es wäre vielleicht doch ganz angenehm gewesen. Zur Lehrerin tauge ich eben doch nichts, obwohl ich heute Morgen von meinen Fähigkeiten doch total überrascht war.
Nach Latein und Knobeln gab es das Essen. Ehrlich gesagt habe ich es mir schlimmer vorgestellt: Nur einer hat zunächst das Essen verweigert, der Rest hat es geliebt (es hat aber auch wirklich gut geschmeckt). Nach dem Essen kam eine Chemikerin, die mit den Kindern einen Versuch gemacht hat – und schon war der Tag vorbei.
Einige von den Kindern sind ganz klar hochbegabt, bi anderen bin ich mir nicht so sicher. Zumindest war der Tag eigenltich wie ein ganz normaler Schultag eben auch und um so Unterricht zu machen, war die Gruppe von neunzehn Schülern einfach zu groß. Es war wieder mal so, dass es einige gibt, die alles wissen und die deshalb auch vergeblich stundenlang aufzeigen können, wobei der Lehrer versucht, die anderen aus der Reserve zu locken. Aber es war ja erst der Anfang. Wie die Leiterin sagte: Beim nächsten Mal wird alles anders!

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Verfasst von - 29. August 2007 in Erlebtes, Studium

 

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