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Hier im Paradies

05 Nov

Nun beginnt die dritte Studienwoche. Mein Stundenplan ist – vor allem abends – ziemlich vollgepackt. 26 Wochenstunden habe ich zu bestreiten und zusätzlich noch einen Kurs im E-Campus. Als Philologiestudentin habe ich in den vorlesungsfreien Stunden zwar nicht wirklich viele Aufgaben auf – bis auf das Lesen von Büchern. Ich komme auf jeden Fall auf mehrere hundert Seiten pro Woche, wenn ich alles zusammenzähle. Ich fühle mich ins Paradies versetzt, wäre da nicht das Problem, dass wir auch Texte lesen müssen, die mir gar nicht zusagen. Beispielsweise hat Hans Robert Jauss einen Aufsatz zur Hermeneutik verfasst, bei dem er ständig R. Jakobson zitiert und diesen mit vielen Fremdwörtern erklärt, sodass man ohne Fremdwörterbuch vom Duden aufgeschmissen ist. Zudem wird mich jeder verstehen, wie furchtbar das gezwungene Lesen sein kann, wenn er eine Poetik in der deutschen Originalrechtschreibung und -grammatik von 1624 lesen und wohlgemerkt auch verstehen soll. *schauder*
Abgesehen davon gefällt mir das Studium sehr: Ich darf sämtliche Schillertragödien lesen, wir sprechen über Aristoteles Poetik und in diesem Zusammenhang auch von dessen Lehrer Platon und seiner Ideenlehre.
Der Schwedischkurs, den ich eigentlich besuchen wollte, war leider leicht überfüllt (40 Leute mehr, als zugelassen sind) und so durften nur die Kernfachgermanisten bleiben und alle anderen mussten sich umentscheiden, so auch ich. Nun lerne ich norwegisch und habe mir diesbezüglich Allgemeinwissen angeeignet, das mir garantiert irgendwann nützen wird: Nein, Norwegen liegt nicht im Osten Schwedens sondern im Westen. Nein, Norwegen ist nicht in der EU. In Norwegen sind alle Bibliotheken zur Benutzung kostenfrei und Alkohol darf in normalen Supermärkten nicht verkauft werden und in den eigens vom Staat eingerichteten Läden, den sogenannten „Vinmonopolet“ wird wochentags nur bis 20.00 und samstags nur bis 18.00 an Leute über 18 Jahre verkauft. An Feiertagen darf gar nichts verkauft werden. Zudem hat Norwegen den höchsten Lebensstandart der Welt (laut HDI-Rang 2005). Es gibt ein hohes Pro-Kopf-Einkommen und ein hohes Kindergeld. Ich glaube, ich wandere nach dem Studium nach Norwegen aus. ;) (Blöd nur, dass ich dort mit meinem Französisch und meinem Studiengang generell nichts anfangen kann.)
Nun zur negativen Seite der Universität: Obwohl die Uni wissen muss, dass die meisten Freizeitaktivitäten spätestens um 20.00 beginnen gibt es die Vorlesungen bis zu dieser unchristlichen Zeit. Montags bis mittwochs sitze ich bis nachts in den Vorlesungen und habe so keine Möglichkeit an diesen Tagen zu Iaido zu gehen. Es bliebe also für mich nur der Freitag und der Samstag. Weil ich aber zum Wäschewaschen am Wochenende nach Hause fahre, muss ich mir wirklich überlegen, ob ich die 15€/Monat dafür investieren möchte.
Nachdem ich dieses Wochenende auf einem dreitägigen Kendo-Frauenlehrgang war, bin ich fest entschlossen diesen Freitag mal ins Beueler Industriegebiet zu fahren um mir Iaido mal anzusehen.
Zu guter Letzt noch das wichtigste überhaupt: die Ernährungslage einer Studentin. In der Schulzeit, als ich plötzlich ständig! (leichte Übertreibung) bis 17.00 Unterricht hatte, zeigten sich bei mir leichte Mangelernährungsanzeichen. Nun beginnen sie wieder. Ich habe hier in meiner Wohnung zwar Obst im Überfluss, doch wenn ich morgens, mittags und abends nur Obst esse, wird es kritisch. Wenigstens eine warme Mahlzeit pro Tag wäre nicht schlecht. Bei mir habe ich Nudeln und Reis, meistens aber nichts, was ich dazu essen könnte und das verleidet mir das Kochen etwas. Eigentlich sollte es für die hungrigen Studenten ja auch eine Mensa geben. Die gibt es, das Essen dort ist gut und billig. Nur die Öffnungszeiten sind für mich nicht gerade günstig: 11.30 bis 14.15. In drei von fünf Fällen habe ich aber von 12.00 bis 14.00 Vorlesung, so dass ich es irgendwie nie schaffe zur Mensa zu gehen. Um 11.30 habe ich nämlich noch keinen Hunger (der meldet sich immer um 13.30…). Dienstags habe ich einen so günstigen Stundenplan, dass ich zwischen 10.00 und 18.00 zu Hause sein kann. Und nur fürs Essen fahre ich auf keinen Fall in die Stadt. Soweit kommts noch!
Nun gut, solange ich noch nicht ständig ans Essen denke und mich auch auf die Uni konzentrieren kann, ist die Ernährungslage noch nicht allzu kritisch und ich werde schon nicht verhungern.
So, jetzt muss ich noch ein paar theoretische Texte von Schiller, die Poetik von Opitz und noch einige andere theoretische Texte lesen. ^^

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3 Kommentare

Verfasst von - 5. November 2007 in Allgemein

 

3 Antworten zu “Hier im Paradies

  1. Momoko

    11. November 2007 at 16:06

    Huhu Kiya :)
    das is ja toll, dass dir an der Uni so gut gefällt.
    Aber ist das nicht blöd die ganze Zeit so weit weg zu sein von zu Hause?
    Fährst du am Wochenende nach Hause?

    liebe Grüße,
    Momoko

     
  2. Kiya

    12. November 2007 at 00:20

    Ja, am Wochenende fahre ich nach Hause. Eigentlich wollte ich ja freitgabends noch zu Iaido, aber der Weg dahin ist so blöd, dass ich mir das noch einmal überlege. Dann kann ich nämlich freitags schon zumindest Richtung Koblenz fahren.
    Theoretisch kann ich mir aber auch vorstellen mal ein Wochenende lang hier zu bleiben. Dank Internet- und Telefonflatrate bin ich von der Außenwelt ja nciht abgeschlossen. :)

    Gruß
    Kiya

     
  3. Momoko

    13. November 2007 at 17:41

    Das mit der Internet- und Telefonflatrate ist natürlich praktisch :)

     

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