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Die Bilanz des Jahres 2007

01 Jan

Wie im letzten Jahr möchte ich das vergangene Jahr noch einmal zusammenfassen.
Das Jahr 2007 war wohl das Jahr mit den längsten Ferien und der größten Langeweile überhaupt.

Nachdem ich mein Abitur im März nicht mit den gewünschten 1,0 abgeschlossen habe, habe ich zwei Praktika gemacht, eins in der Buchhandlung Layaa-Laulhé und eins in der Stadtbibliothek in Koblenz, wodurch ich meine Liebe zu Bibliotheken entdeckt habe. Selbst heute noch ist es mein geheimer Wunsch, in einem riesigen Schloss eine eigene Bibliothek zu eröffnen (ideal eignet sich dafür das Bonner Universitätshauptgebäude). Dann habe ich ein paar Monate lang auf der Burg gearbeitet, an die Zeit will ich lieber nicht zurückdenken und dann waren da noch die Entdeckertagskinder, denen ich ein paar Wochen lang Latein beibringen durfte. Die Zeit war schön. :) Tja, und dann fing auch schon das Studium an. Geprägt ist das Jahr vor allem dadurch, dass ich mich für einen Studiengang entschieden habe und mir somit viele Wege meiner Zukunft verbaut habe. Ein Glück, dass mir auf dem Arbeitsmarkt mit einem geisteswissenschaftlichen Fach trotzdem noch einige Türen offen stehen (Taxifahrer!!). Die Entscheidung für die Deutsch-Französischen Studien war schon mal ein großer Schritt für mich, ich sollte stolz auf mich sein.

Zwischen diesen grandiosen berufspraktischen Tätigkeiten (und natürlich auch dem Lernen für das spätere Leben, wie man beispielsweise kocht und Zimmer tapeziert, das Rad repariert u.ä.) lauerte die Langeweile und eine Unmenge an Büchern. Ich glaube, so viele Bücher wie in diesem Jahr habe ich in keinem anderen Jahr gelesen, wenn man mal von meiner Pitje Puck-Phase absieht. (Ich habe gerade nachgeschaut und es gibt tatsächlich nur 30 Pitje Puck-Bücher, was bedeutet, dass meine Aussage widerlegt wurde.. zumindest kam es mir damals so viel vor). Ich habe bis zum Beginn des Studiums die großen Klassiker kennen gelernt von Brecht, Grass, Mann auch zu Camus und Verne, unter anderem. Jetzt in der Uni lese ich natürlich immer noch viel, auch wenn die Texte theoretischer geworden sind. Aristoteles, Sophokles, Horaz, Gottsched, Lessing, Schiller, Shakespeare, daneben Foucault, Barthes, Jauß, Derrida, de Man etc..

Wenn andere nebenbei auch mal freie Zeit hatten, bin ich mit ihnen in Urlaub gefahren und habe innerhalb eines Jahres zwei Hauptstädte, Berlin und London, gesehen. Wenn ich so weitermache, komme ich tatsächlich noch durch die ganze Welt. ;)
Meine sozialen Kompetenzen scheinen sich ein wenig gesteigert zu haben. Eigentlich stimmt das aber gar nicht. Ich habe nämlich den engen Kontakt zu ein paar ehemaligen guten Freunden verloren, habe dafür aber viele neue nette Leute an der Uni gefunden und die Freundschaft zu einigen anderen ausgebaut. Nur an einem Ort fühle ich mich jetzt noch so richtig mies: da wo ich wohne, wo ich alles falsch mache.

So, für das neue Jahr wünsche ich mir noch ein weiteres Dekarjahr, Zufriedenheit fürs Studienfach, einen tollen Einfall meinen Berufswunsch betreffend, einen Nebenjob, der mir nicht alle Nerven raubt und – ganz wichtig – Gesundheit. Ich will, dass meine Hände heilen und meine Kopfschmerzen wegbleiben. Nun denn auf ein gesünderes und interessanteres Jahr 2008 und alles Gute euch allen da draußen!

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Ein Kommentar

Verfasst von - 1. Januar 2008 in Erlebtes

 

Eine Antwort zu “Die Bilanz des Jahres 2007

  1. Dekar

    7. Januar 2008 at 12:50

    Na dann halt dich mal ran, so eine Privatbibliothek in einem Schloss ist nicht billig ^^
    Vor allem, wenn man sich einreden lässt, dass die einzige Berufsperspektive als Absolventin eines geisteswissenschaftlichen Studiums Taxifahrerin ist.

     

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