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Mastrocola: Ich dachte, ich wär ein Panther

04 Apr

225882004 813cc2574a tWoher weiß eine Ente eigentlich, dass sie eine Ente ist? In Paola Mastrocolas kurzem Roman „Ich dachte, ich wär ein Panther. Die Geschichte einer Ente auf der Suche nach sich selbst“ macht sich eine kleine Ente auf den Weg auf der Suche nach der eigenen Identität. Und sich selbst zu finden ist nicht so einfach, wie man vielleicht denkt.
Protagonistin ist eine kleine gefiederte Ente, die in einem Pantoffel geboren wird und diesen kurzerhand also für ihre Mutter hält, beziehungsweise sich für einen Pantoffel – bis jemand auftaucht, der dieses anzweifelt. Doch wahrhaft auf die Suche nach einer Identität begibt sich die Ente erst, als ihre Mutter, der Pantoffel, verschwindet, gestohlen wird. Eine einsame Suche beginnt: Ist sie ein Biber? Eine Fledermaus? Oder doch eine Ente?
Das Buch ist in einem etwas kindlichen Stil verfasst, der ob seiner Einfachheit besonders zu Beginn daran zweifeln lässt das Geld für ein sinnvolles Buch ausgegeben zu haben, doch die Geschichte macht den Stil wett: Wirklich rührend und niedlich ist die Erzählung, ab und zu gespickt mit einigen gesellschaftskritischen und philosophischen Sentenzen, die auch der Leser sich zu Herzen nehmen kann:
Oder es kam nicht darauf an, dass diese Ente die Liebe seinen Lebens war, weil es selten eindeutig ist, wer oder was die Liebe eines Lebens ist. Oder aber er dachte genau das, aber ohne Überzeugung. Manchmal denken wir an etwas, ohne recht davon überzeugt zu sein, und wenn wir nicht recht davon überzeugt sind, macht es plopp!, und die Gedanken sind dahin…
Oder aber das Leben ist einfach so, und es gibt den richtigen Zeitpunkt nicht, es hat einfach nicht sollen sein, und es ist eine Legende, dass wir bestimmen können, wie es zu sein hat, es ist einfach, wie es ist
.“
Bei der selbständigen Suche nach einer Identität, kann das Buch nicht viel helfen, doch es hilft dabei, zu verstehen, dass oft nicht einmal die, die ihre Identität gefunden zu haben glauben, tatsächlich wissen, wer oder was sie sind.
Wer eine kurze Auszeit von komplizierterer Lektüre braucht oder sich zur Abwechslung mal mit einfach philosophischen Fragen konfrontiert sehen möchte, dem kann ich das Buch nur empfehlen, auch wenn man vielleicht warten sollte, bis das Buch als Taschenbuch erscheint, wenn man nicht gerade einen Büchergutschein hat.

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Verfasst von - 4. April 2008 in Bücher

 

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