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Fahrraddiebe unterwegs

09 Mai

Ich hätte vielleicht diesen Comic Strip nicht auf meinen Blog stellen sollen. Jetzt ist mein Fahrrad nämlich ganz weg. Direkt von vor meinem Haus mitten in der Nacht weggeklaut. Das schlimmste ist, dass jeder, dem ich das erzählt habe, nur milde gelächelt hat, wohl mit dem Gedanken: „Jaja, wahrscheinlich hast du das Fahrrad in den Schuppen gestellt“ Das dachte ich zunächst auch, auch dass ich das Rad vielleicht an der Uni habe stehen lassen und ich war mir die ersten zwei Wochen ganz sicher, dass ich mein Fahrrad auch wiederfinde. Nichts da, es ist weg.
Ich habe mein Fahrrad immer abgeschlossen und lebte wohl in dem Glauben, dass die Wahrscheinlichkeit ganz gering ist, dass mein Rad geklaut wird, wenn es bei ganz vielen anderen Rädern steht: Ein biologisches Prinzip, das Fluchttiere anwenden: In der Gruppe ist man stark und die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst gefressen wird, ist geringer, auch weil der Verwirrungseffekt für den Feind größer ist. Alle anderen Räder sind da, meines ist fort.
Sogar auf dem Fahrradmarkt der Asta war ich, von dem man munkelt, dort würden viele geklaute Fahrräder verkauft werden. Entweder war ich dafür zu früh (schließlich sollten die Diebe noch die Lampe und das Schutzblech austauschen und den Gepäckträger neu lackieren, bevor es jemand kaufen würde, denn die Lampe war gerade mal mit Klebeband angelebt und das Schutzblech war auch dahin – eigentlich also kein Fahrrad, das man freiwillig klaut. Aber nachts ist man vielleicht auch nicht so wählerisch.
Zwei Wochen lang bin ich zu Fuß zur Uni marschiert, dann hatte ich es satt. Ich brauche bestimmt dreimal so lange und das Einkaufen war eine Katastrophe für meine armen Arme.
Meine Verzweiflungstat folgte: Zu Hause habe ich noch ein anderes (ganz furchtbares!) Fahrrad, das ich mitnehmen wollte, bis ich ein neuen Fahrrad habe (also für etwa eine Woche). Dummerweise war das Fahrrad abgeschlossen und nach langer Schlüsselsuche war ich mir sicher, den Schlüssel an dem Schlüsselbund zu haben, das ich in Bonn habe liegen lassen. Also abgeschlossenes Fahrrad ins Auto, in den Zug, in den nächsten Zug, in die S-Bahn und die letzten paar Hundert Meter einfach so tragen und schleifen. Ich wurde nicht einmal blöd angeschaut und das sagt mir, dass der Fahrradklau zwar sehr mühsam aber durchaus möglich und lohnend sein kann. Endlich angekommen, eilte ich, den Schlüssel zu holen – der natürlich nicht am Schlüsselbund war. Einige Anstrengung ganz umsonst.
Am nächsten Tag half mir dann mein Vermieter, das Schloss aufzubrechen: Wenn schon selbst als Fahrraddieb in Bonn unterwegs, dann auch richtig! Wenigstens das ging nicht so einfach wie ich gedacht habe, was ich doch sehr beruhigend finde.
Um eine Erfahrung reicher und wieder um einiges misstrauischer meinen Mitbürgern gegenüber. (Jeder Fahrradfahrer könnte ja mit meinem Rad unterwegs sein und selbst in Koblenz schaue ich mich ständig nach meinem Rad um….)

Aber da ich gerade mal wieder über meinem Lebenslauf sitze:
Expérience professionnelle:
2008 Voleuse de vélo (Bonn) (Dass es mein eigenes war verschweige ich dann :D )

Schließt eure Fahrräder gut ab!

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Verfasst von - 9. Mai 2008 in Erlebtes, Studium

 

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