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Hausarbeiten schreiben

01 Mrz

Klausuren stehen nicht mehr an. Mit dem Bachelorabschluss habe ich sie endgültig hinter mir gelassen. Das ist gut für die Gesundheit; für meine eigene wie auch für die aller meiner Nahestehenden, die meine Klausurlaunen („und ich schaffe das alles gar nicht mehr!“) jetzt nicht mehr zu hören brauchen. Im Master schreibe ich nur noch Hausarbeiten. Ein Klacks – zumindest dachte ich das immer. Mich mit selbsterwählten Themen zu beschäftigen, einen etwas längeren Text dazu verfassen: Das klingt nach genau dem, wonach ich immer gesucht habe.

Während meine ersten Versuche noch ganz munter verliefen, stellte sich im Laufe der Zeit aber ein Konflikt zwischen meiner Arbeitsweise und meinem Arbeitsethos ein. Nach meinem Ethos müsste ich Tag und Nacht an der Arbeit sitzen, so lange, bis sie fertig ist. Vielleicht würde ich mir sogar den Schlaf in der Nacht gönnen, wenn ich den ganzen Tag an meinem Laptop säße. Immerhin bin ich der festen Überzeugung, dass man eine Hausarbeit auch innerhalb einer Woche schreiben kann, wenn es sein muss, dass zwei Wochen aber ausreichen müssten, vielleicht vier Wochen, wenn man noch auf bestellte Bücher aus der Bibliothek warten muss.

Und dann klopft wieder die Realität bei mir an und sagt: Kiya, du sitzt bereits sechs Wochen an der Arbeit. Was hast du eigentlich die ganze Zeit gemacht?
Was ich gemacht habe? Das ist eine gute Frage. Es gibt mehrere Gründe, warum ich nicht zielstrebiger war. Ich lasse mich wohl doch zu sehr von meinem spontanen Interesse leiten, einige Dinge weiter zu vertiefen als es nötig wäre. (Aber verbringt man nicht gerne eine ganze Woche mit Fichte, um den zweiten Lehrsatz seiner Grundlage des Naturrechts zu verstehen, nur um einen oder zwei Sätze in die Hausarbeit fließen zu lassen?) Außerdem merke ich, dass ich eben keine Maschine bin. Nach bereits wenigen Stunden intensiver Kopfarbeit, beginnt er zu rauchen und meine Konzentration und die Produktivität merklich nachzulassen. Und außerdem brauche ich die Zeit, um viel über das Thema nachzudenken. Es nützt ja nichts, darüber zu lesen und eine schnelle eigene Meinung dazu zu bilden. Meine Erfahrung sagt: Je länger man über eine gewisse Sache nachdenkt, desto differenzierter werden die Ansichten darüber, desto größer wird das Verständnis auch für Pros und Kontras anderer, desto leichter fällt das Sprechen über diese Sache.

Trotzdem fühle ich mich wie eine kleine Schildkröte, die gemächlich und behäbig ein Füßchen vor das andere setzt, immer wieder die schöne Welt betrachtet und kaum spürbar vorankommt. Aber zum Abgabetermin bin ich immer fertig…

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Verfasst von - 1. März 2012 in Allgemein, Gedanken, Studium

 

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