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Wohnst du noch…?

13 Apr

PostkartenVor einer Weile habe ich mit einer Freundin darüber gesprochen, wie wichtig es ist, sich eine Wohnung richtig zu eigen zu machen, um sie als Heim anzunehmen. Bei jeder Wohnung wusste ich bisher: Ich werde hier nur ein oder zwei Jahre wohnen – und ich möchte meine Kaution auf jeden Fall wiederbekommen! Erst wenn ich dann in Gedanken meine Koffer packte und wusste, wie lange ich noch bleiben würde, habe ich angefangen, die Zimmer mit Postkarten zu pflastern, so dass es mehr nach mir aussah.

Dabei sind doch auch zwei Jahre immerhin zwei Jahre meines Lebens. Daher muss ich immer wieder, wenn ich in meiner jetzigen Wohnung stehe und mir überlege, wie lange wir denn noch dableiben werden, sagen, dass die Wohnung selbst nach zwei Jahren so aussehen sollte, als hätte ich dort wirklich gelebt.
Ein französisches Sprichwort sagt: „Nichts ist zählebiger als ein Provisorium.“ Wenn ich die ganzen Provisorien in der Wohnung sehe, muss ich dann immer in mich hineingrinsen. Dafür sind diese bei einem Auszug am leichtesten wieder zu entfernen.

Eine Ausrede zu großen Veränderungen konnte immer noch heißen: Die Wohnung ist viel zu klein, um etwas Tolles draus zu machen. Ein IKEA-Besuch belehrte mich dann aber eines Besseren. Diese Winzwohnungen, die komplett möbliert ausgestellt sind, sind einfach der Wahnsinn! Wollte man sich von einem Großteil der alten Möbel trennen und würde man viel Geld bei IKEA lassen, könnte man die einzelnen Räume wirklich neu planen und zweckmäßig ausstatten. Selbst an Wohnungen mit Dachschrägen ist gedacht.

SchmetterlingeFasziniert und mit vielen neuen Ideen und guten Vorsätzen im Kopf verließ ich damals den Laden. Ohne neue Möbel, dafür aber mit ein paar Wandtattoos in Schmetterlingsform untern Arm. Bei jedem einzelnen Schmetterling stand mir dann der noch ungewisse, irgendwann in der Zukunft liegende Auszugstermin vor Augen. Und die Kaution…

Man kann den Werbespruch von IKEA zurecht furchtbar finden, aber eine Wahrheit sagt er doch aus: Man sollte versuchen, in seiner Wohnung wirklich zu leben und nicht nur darin zu wohnen. Wenn ich wüsste, dass wir noch ein paar Jahre hierblieben, wäre das jetzt der Moment, an dem ich neue Tapete kaufen würde…

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10 Kommentare

Verfasst von - 13. April 2012 in Allgemein, Erlebtes, Gedanken

 

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10 Antworten zu “Wohnst du noch…?

  1. calichino

    13. April 2012 at 06:47

    :-D Schöner Beitrag! Weißt du denn schon wann du ausziehen wirst? Vielleicht war es der Moment um neue Tapete zu kaufen… *g* Man weiß nie wie das Leben spielt und darum sollte man jeden Moment so gestalten, dass es der schönste im Leben werden könnte. Am Ende deiner Mietzeit kaufst du zwei Eimer Farbe und ein bisschen Spachtelmasse und kriegst deine Kaution wieder, obwohl du „gelebt“ hast. Viele, viele Grüße, Cali

     
    • Kiyachan

      13. April 2012 at 15:56

      Wir wissen noch nicht, wann wir hier weiterziehen werden. Es hängt davon ab, was mein Freund nach seinem Uniabschluss macht – dann könnte es schon im September oder Oktober so weit sein. Und für ein halbes Jahr werde ich nicht neu tapezieren. Aber Lust dazu hätte ich… hach ja.. Vielleicht sollte ich wieder mit den Postkarten anfangen!

       
  2. Nenemama

    13. April 2012 at 13:44

    Man merkt, du möchtest irgendwo ankommen und deine/eure Kuschelhöhle einrichten.Träume dir in der Zwischenzeit schon einmal deine Wohnung/dein Haus im Kopf zurecht. Es ist auch schön, sich noch auf etwas zu freuen, es ist auch schön, wenn man nocht nicht alles hat – ehrlich. Sehnsucht, kann sogar zu einem Lebensgefühl werden, das trägt. Zumindest eine Weile.
    Sehnsucht nach dem eigenen Haus.
    Sehnsucht nach einer tollen Arbeitsstelle.
    Sehnsucht nach einem eigenen Kind.
    Wonach haben sich die Romantiker gesehnt?

    Und noch ein Tipp: Manchmal sollte man den Mut haben, auf die Kaution zu pfeifen!

     
    • Kiyachan

      13. April 2012 at 16:01

      Ja, die Romantiker hatten Sehnsucht. Und Sehnsucht kann ein tolles Gefühl sein. Aber eigentlich ist es doch besser, sich in dem wohlzufühlen, was man schon hat, oder nicht?Kann man denn sonst ein zufriedener Mensch werden?

      Meine Kuschelhöhle versuche ich immer noch hier einzurichten und sehe überall Überarbeitungsbedarf. Aber da ich das meiste selbst basteln und nähen möchte und mir dazu die Zeit fehlt… bleibt das Träumen!

      Auf die Kaution möchte ich übrigens nicht verzichten und das wird heißen, dass wir im Kaninchenzimmer doch noch tapezieren müssen. Die haben sich leider an der Tapete verewigt. :/

       
  3. Mascha

    13. April 2012 at 16:50

    Verstehe Deine Situation. Versuche trotzdem so wohnlich wie möglich zu leben. Du musst das Jetzt genießen. Wer weiß was morgen ist.

     
    • Kiyachan

      15. April 2012 at 17:42

      Du hast auf jeden Fall Recht. :) Ich traue mich seit den letzten paar Tagen an immer mehr Deko-Artikel heran. Am liebsten würde ich aber alles selbst basteln und bauen..
      Mit den gekauften Artikeln kann ich aber zumindest schon mal das Jetzt genießen, während meine Selbstbastelpläne weiterhin in mir reifen. :D

       
  4. Bild

    17. April 2012 at 10:44

    Ich glaube, wenn alle die gleichen Möbel haben, dann kann das auch nichts werden mit der eigenen Note. Und momentan sind wir auf dem Weg zur Möbeluniformität. Dabei gibts so tolles Design (Beispiel).
    Und bei den Dekoartikeln hast du 110%ig recht: Selbst basteln bringt erst Freude :-)

     
    • Kiyachan

      19. April 2012 at 16:52

      Die Esszimmer auf deiner Seite sehen tatsächlich im Schnitt besser aus als die von Ikea. Aber es kostet auch mehr als das Doppelte…

       
  5. Bild

    20. April 2012 at 11:38

    Das stimmt natürlich. Was mich besonders stört ist dieser Refelx nur bei einem Laden nach Möbeln schauen zu wollen.

     
    • Kiyachan

      24. April 2012 at 06:28

      Ist das nicht bei Supermärkten auch so? Eigentlich müsste man seine Einkaufstour auf viele verschiedene Läden legen, da jeder etwas anderes bieten kann.
      Ikea hat einfach alles, hat Auswahl und es ist dort günstig. Zudem wird das Einkaufen dort zu einem Erlebnis, was in normalen Möbelhäusern nicht auf diese Art der Fall ist.
      Es ist einfach so viel leichter…

       

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