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Wo sind bloß die Karotten?

19 Mai

Gemeinsam mit den Kaninchen hielt auch das Gemüse als Dauerbestand bei uns Einzug. Zuvor gab es Gemüse nur ausnahmnsweise. Das liegt nicht daran, dass ich Gemüse nicht mögen würde. Aber es lohnte sich nicht, weil wir nicht jeden Tag kochten und Frischzeug eben nicht ewig frisch bleibt. Mit den Kaninchen also, die ich wohl gesünder füttern wollte als mich selbst, kamen vor allem die Karotten in den Kühlschrank. Auch der Salatkopf lohnte sich plötzlich, denn alles, was nicht in meinem Salat landete, verschwand in den Kaninchenmägen.

Zu dieser Zeit begann dann auch das Experimentieren mit verschiedenem Gemüse. Aus meinem Auslandsjahr in Paris wusste ich noch, dass nicht jedes Gemüse nach Gemüse schmecken muss: Egal, was ich dort kaufte – Tomaten, Karotten, Gurken, Zucchini – alles war für den rohen Verzehr ungenießbar, weil es einfach nach gar nichts schmeckte. Die Vorurteile über holländisches Gemüse hat man vielleicht schon mal gehört und auch weil ja regional so schön umweltbewusst sein soll, habe ich mich also bemüht, hauptsächlich deutsches Gemüse auf dem Markt zu ergattern. Aber was soll man machen? Wenn da zwei Kilo holländische Karotten für einen unschlagbaren Preis angeboten werden? Nach langem Zögern griff ich zu und probierte schon mal auf dem Nachhauseweg. Puh! Schmeckte nach nichts! Mich habe diese Karotten nicht weiter locken können, aber die beiden Kaninchen haben in der nächsten Zeit zwei Kilo davon vernichten müssen. Um holländische Karotten mache ich seitdem einen großen Bogen.

Ein Erweckungserlebnis hatte ich dann kurz nach dem Einkauf im Biosupermarkt. Ich brauchte noch Karotten und der Einfachkeit halber nahm ich von dort trotz höherem Kilopreis zwei Stück mit. Besagtes Erweckungserlebnis stellte sich dann beim Kosten ein. Wahnsinn! Die konevntionellen bis dahin waren nichts im Vergleich zu diesem herrlichen Gemüse. Bis dato war ich allen Aussagen gegenüber, die behaupteten, man schmecke den Unterschied bei bio, eher skeptisch eingestellt – die Erwartung, dass es besser schmecken müsse sei wohl entscheidend, so meine Überzeugung. Aber jetzt war ich bekehrt und schwebte geradezu über den Boden, immer wieder hin zum Biosupermarkt. Und dann landete ich in der letzten Woche ziemlich hart auf dem Boden. Die deutschen Karotten sind weg, stattdessen liegen da italienische. Mist. Bei Aldi und Rewe kommen die bio-Möhren aus Israel, die konventionellen aus Spanien und Portugal, auf dem Markt aus Holland.

Aber ist denn nicht das ganze Jahr über Karottensaison? Ein Blick auf den Saisonkalender klärte mich auf: Saison ist erst wieder ab Ende Juni, Hauptsaison ist im Oktober.
Zwei Sachen bleiben also zu bedenken: Wie alt waren die deutschen Karotten, die ich vorletzte Woche noch kaufen konnte wirklich (die Saison endet im Dezember) und zweitens: Welche Karotten probiere ich als nächstes aus? :(

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6 Kommentare

Verfasst von - 19. Mai 2012 in Allgemein, Erlebtes, Gedanken

 

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6 Antworten zu “Wo sind bloß die Karotten?

  1. Nenemama

    19. Mai 2012 at 18:10

    Darüber habe ich mir auch schon öfters den Kopf zerbrochen. Wusstest du eigentlich, dass es klimamäßig besser ist, jetzt im Frühling einen Apfel aus Neuseeland zu kaufen, als die mittlerweile lottrigen Äpfel aus den heimischen Kühlhäusern? Das Kühlen produziert nämlich mehr CO2 als der Transport zu uns. Mich hat das auch erstaunt. Und jetzt kaufe ich voll Wonne „Pnk Lady“ aus Neuseeland – mmh!

     
    • Kiyachan

      22. Mai 2012 at 07:26

      Was? Und ich werde immer noch magisch von diesem „aus der Region“-Schild bei Rewe angezogen (auch wenn man immer noch einmal schauen muss, ob es auch wirklich stimmt. Ich hatte schon mal Paprika aus Spanien, die mit „aus der Region“ gekennzeichnet waren. Nun, dann kann ich mich jetzt auch getrost an den Kiwis vergreifen! :D

       
  2. Mascha

    31. Mai 2012 at 18:43

    Es ist so verwirrend. Was soll man kaufen, was ist Bio, was ist wieder schlecht?!

     
    • Kiyachan

      3. Juni 2012 at 20:43

      Vermutlich kann man das alles als Verbraucher gar nicht mehr überblicken. Aber so einfach sollen es die Lebensmittelindustrie etc. ja auch nicht haben, nicht wahr? :D

       
  3. Caroline

    9. Juli 2013 at 17:06

    Wenn du einen Garten hast, ist die Antwort einfach: Selbst anbauen, und vorausschauend einfrieren. Es dauert wahrscheinlich ein bisschen, bis du den Dreh raus hast, aber man kann gut 80% seines Gesamtlebensmittelbedarfs aus dem eigenen Garten decken, wenn man sich wirklich anstrengt. Und auch als Normalsterbliche/r (wie ich ;) ) sind 20% schon drin. Kannst dich ja auch auf deine Lieblingsgemüses spezialisieren oder auf die, die man eben nur aus Neuseeland kaufen kann. Tomaten wachsen hier super- natürlich nicht im WInter! Aber TOmatenmark kann man selber machen, auch Ketchup oder andere Tomatenprodukte, Suppe kann man einfrieren. Erbsen sind toll frisch und gefroren auch nicht schlecht. Und Karotten: Lagerung ist wirklich auch über mehrere Monate easy, wenn du die richtige Sorte hast!

     
    • Kiyachan

      10. Juli 2013 at 07:32

      Leider habe ich keinen Garten. Ich habe es mal damit versucht, ein wenig Gemüse auf der Fenesterbank anzupflanzen, aber endweder war mein Bumenkasten dem falschen Sonnenlicht ausgesetzt oder die Pflanzen mochten es nicht, in luftiger und windiger Höhe auf dem Außenfensterbrett eines Dachgeschosses zu wachsen. Jetzt ziehe ich in eine Erdgeschosswohnung mit Balkon und meine Gärtnerversuche erhalten eine neue Chance. Ansonsten spiele ich ein wenig mit Gedanken, mich an einem Projekt unseres Biobauernhofes zu beteiligen, der bereits bepflanzte kleine Gärten zur Verfügung stellt, um die man sich dann kümmern kann, um dann das fertige Gemüse zu ernten.

       

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