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Wie George Michael die Seele tröstet

13 Dez

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In den letzten Tagen habe ich immer wieder das Requiem von Brahms gehört. So ein Zufall, dass wir es ausgerechnet in diesem Semester im Chor einstudieren. Jetzt bin ich also noch gleich viel aufmerksamer. Dabei finde ich besonders den Wechsel zwischen sehr traurigen und sehr fröhlichen Stellen etwas verstörend. Da Brahms Protestant war, ist sein Requiem etwas anders aufgebaut und richtet sich an die Hinterbliebenen: „Selig sind, die da Leid tragen“. Und natürlich kommt immer wieder die Erinnerung daran, dass der Tod ja nicht das Ende ist: „Tod, wo ist dein Stachel, wo ist dein Sieg?“ Über solche Worte denke ich nach und weiß nun, dass auch die Trauer in der Weihnachtszeit an sich willkommen ist. Man denke nur an das Lied „Tochter Zion“, das sowohl zu Weihnachten und zur Osternzeit gesungen wird. Diese beiden Feste gehören eben untrennbar zusammen. Auf die Geburt folgt der Tod und die Auferstehung und damit quasi eine neue Geburt, so dass auf jeden Karfreitag ein Ostern und auch wieder ein Weihnachten folgt. Aber soclhe Gedanken sind eben nur theoretischer Natur und nicht geeignet, mir die trüben Gedanken zu verscheuchen. Und so betone ich im Chor die düsteren Stellen und lasse den Tränen freien Lauf, wenn der Chorleiter uns den Trauerzug allzu plastisch darzustellen versucht. Wirklich tröstend hingegen ist die CD „Land der Ruhe“ von Albert und Andrea Frey. Es sind ganz ruhige Lieder, die einen festhalten und tragen können.

Und jetzt kommt das große Aber. Wie mir bereits angekündigt wurde: Das Leben geht weiter. Und heute kam mit einem eBay-Päckchen nicht nur ein neuer Walkman an (bei meinem alten dreht sich der Motor nicht mehr gleichmäßig, so dass es ein Graus ist, Musik damit zu hören – und auch Hörspielen zu lauschen wird auf die Dauer anstregend, weil die Stimmen immer tiiiefer und laaannngggsssaaammmmmeeeeerrrrr werden). Mit dabei lagen als zusätzliche Überraschung zwei Musikkassetten. Jetzt höre ich George Michael am Stück und tanze durch die Wohnung, während ich aufräume. „Wake me up before you go-go!“ Zwar habe ich noch diesen Knoten in der Brust, aber das Leben fühlt sich doch gleich ein wenig leichter an. Danke an George Michael und den edlen Spender der Kassette!

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Ein Kommentar

Verfasst von - 13. Dezember 2012 in Allgemein, Erlebtes, Gedanken

 

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Eine Antwort zu “Wie George Michael die Seele tröstet

  1. Zoé

    13. Dezember 2012 at 20:16

    Das ist schön zu hören :).

    Und wow, cool, dass du noch einen walkman benutzt! Da kann man ja dann die Hörspielkassetten aus der Kindheit drauf anhören awww

     

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