RSS

Archiv der Kategorie: Erlebtes

Blubb

DSCF2301Eine Freundin fragte mich am Freitag via SMS, ob ich meinen Bikini in Paris hätte. Sie habe gehört, das „Piscine Le Louvre“ eröffne bald. Wie bitte? Habe ich da etwas verpasst? Ganz offensichtlich, wie es scheint. Ein Blick ins Internet verriet mir, dass Paris zwar nicht gerade von einer Jahrhundertflut bedroht, der Pegelstand der Seine aber immerhin erheblich gestiegen ist. Da ich auf meinem Weg zu meiner Lieblingsbibliothek nicht an der Seine vorbeikomme, ist der Wasseranstieg unbemerkt an mir vorbeigegangen. Aber auch als ich vom Hochwasser hörte, konnte mich das zunächst nicht aus den Socken hauen. Als Kind von der Mosel kenne ich dieses Phänomen zur Genüge: überflutete Straßen, Schulwege über Stege und Fahrten mit dem Boot.

Hier herrscht dennoch ein kleinerer Ausnahmezustand (neben dem großen État d’Urgence, der Ende Mai noch einmal um zwei Monate verlängert wurde): Der Louvre und das Musée d’Orsay sind geschlossen, die Kunstwerke werden in Sicherheit gebracht. Einige Metrolinien fahren nicht mehr (und das eben nicht wegen des seit Donnerstag für unbestimmte Zeit ausgerufenen Streiks der RATP). Der Schiffverkehr liegt lahm. Das Wasser steht so hoch wie seit 30 Jahren nicht. Da musste ich hin. Schnell in die Schuhe gehüpft und ausgerüstet mit der Kamera Richtung Seine spaziert.

DSCF2336Am eindrucksvollsten ist der Wasserstand am Pont de l’Alma abzulesen. Dort befindet sich von Osten aus betrachtet am rechten Brückenpfeiler der Zouave, die Statue eines Infanteristen des 19. Jahrhunderts (vor allem der Zeit des Zweiten Kaiserreichs). Wasserhochstand herrscht, wenn der Zouave nasse Füße bekommt, die normalerweise ein gutes Stück aus der Seine herausragen. Nun steht dem armen Mann das Wasser bis zum Bauchnabel. Um hier aber einen Blick auf denn Soldaten werfen zu können, mit dem Eiffelturm im Hintergrund natürlich, muss man sich aber erst an einem Haufen Kameraleute und Fotografen vorbeidrücken, die alle hier ihre sensationslustigen Aufnahmen machen. Ansonsten nimmt sich die Flut recht harmlos aus. Kein Brückenkopf steht unter Wasser, obwohl zumindest die Passerelle Solférino, die ansonsten auf die schöne Uferpromenade der Rive-Gauche-Seite führt, geschlossen ist. Einzelne Treppen entlang der Seine führen ins Nass statt auf festen Untergrund.

Im Juli wird in Paris an zwei Orten Sand aufgeschüttet, um den stressgeplagten Großstadtbewohnern und einem Haufen Zugereister ein Strandfeeling zu bescheren. Wäre es ein wenig wärmer und sonniger, könnte der Bikini nun auch schon einen Monat früher ausgepackt werden. Aber wäre es ein wenig sonniger gewesen, wären auch auf der Uferpromenade keine schwappenden und wogenden Wellen zu bewundernDSCF2305

Advertisements
 
Ein Kommentar

Verfasst von - 5. Juni 2016 in Erlebtes

 

Schlagwörter: ,

Ajoutez deux lettres à Paris

EiffelturmBonjour Paris, da bin ich wieder. Seit einigen Tagen schon streife ich durch Gassen, Parks und Boulevards und staune darüber, was ich in meinem (knapp sechs Jahre zurückliegenden) einjährigen Aufenthalt hier alles übersehen habe. Langweilig, grau-beige, schmutzig und stinkend? Von wegen! Nun gut, schmutzig und stinkend, ja, das stimmt vielleicht. Aber ich versuche, den oberflächlichen deutschen Blick auf Hundekot, Zigarettenkippen und verwahrloste Ecken zu überwinden und hinter dem ersten Eindruck das strahlende Gesicht der Stadt zu sehen. Die Stadt pulsiert, die Stadt lebt. Auch noch nach den Anschlägen im November. Fluctuat nec mergitur. Paris wankt, geht aber nicht unter.

Um mein Wanken zu überwinden, bin ich wieder hier. Um endlich ein wenig Heimat am Ort meiner Sehnsüchte zu finden. Knapp 180 Tage (grob überschlagen) habe ich Zeit, mich hier ins Leben zu stürzen. Oder auch in den dusteren Muff der vielen Bibliotheken. Das wird noch zu entscheiden sein. Aber angekommen bin ich. Auf meiner ersten Metrofahrt in dieser jetzt neu anbrechenden Zeitrechnung, fiel mir eine Werbung der RATP (Betreiber des ÖPNV in Paris) auf, die mich zum Schmunzeln brachte: Sie zitierten einen  Satz von Jules Renard: „Ajoutez deux lettres à Paris: c’est le paradis“. Fügt Paris zwei Buchstaben hinzu und ihr seid im Paradies. Dabei habe ich gar nicht vor, mich in ein paradiesisches Stadtleben zu integrieren. Vom Gefühl her ziehe ich wie Eugène de Rastignac zum Eroberungsfeldzug gegen diese Kapitale aus: „À nous deux, maintenant!“

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 1. April 2016 in Allgemein, Erlebtes, Zitate/Gedichte

 

Schlagwörter: , ,

Parkverbot mit Herz

WP_20150801_15_20_31_Pro

Oooooooh!!

Neulich auf dem Weg zum Einkaufen stand die Sonne genau richtig. Für mehr Liebe in der Welt? Alles klar, Frau Sonne, ich trage die Botschaft gerne weiter.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 28. September 2015 in Erlebtes

 

Schlagwörter: ,

Völlige Freiheit…

… verbinde ich mit Wind im Gesicht, einem Sonnenstrahl und möglichst menschenleeren Orten. Daher liebe ich den Morgen und fühle mich am freiesten, wenn ich mich noch vor Sonnenaufgang auf den Weg mache. Das ist leider nicht allzu oft der Fall, weil das kuschelige, warme Bett dann doch die besseren Argumente hat als das kalte, feuchte und noch halbdunkle Draußen.

Schau mal, eine Bergspitze!

Oh! Schau mal, man kann etwas sehen!

Eine neugefundene Alternative sind Berge in einer Höhe über 2000 m an einem regnerischen, vernebelten Tag. Mit meinem Liebsten habe ich im Urlaub die Tiroler Berge erklommen und wir haben das etwas durchwachsene Wetter schätzen gelernt. Bei dickem Nebel ist sonst kaum jemand auf den Bergpfaden unterwegs und der Nebel verschluckt die ganze Welt um einen herum, die anderen Menschen und die Stadt im Tal, die Geräusche und es bleibt nur das Stückchen Weg vor einem. Wenn nichts mehr auf der Welt exisitiert, dann gibt es auch nichts mehr, über das man sich Gedanken machen muss. Wir haben diesen Tag sehr genossen und haben um so mehr die Münder aufgerissen und die Kamera gezückt, wenn sich der Nebel dann doch mal lichtete und eine Bergspitze sichtbar wurde.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 9. September 2014 in Erlebtes

 

#wordsavedmyday

Immer wieder in der letzten Zeit, wenn ich schon müde war und mein Laptop auch von unserer gemeinsamen Anstrengung, meinen Gedanken Ausdruck und Gestalt zu verleihen, auf dass die Masterarbeit endlich vollendet würde, hat mir mein Textverarbeitungsprogramm eine kleine Aufmunterung vergönnt. Die Rechtschreib- und Grammatikprüffunktion von MS Word funktioniert ja immer besser und das Programm ist ja auch lernfähig. Nun fürchte ich, dass das Programm langsam eine Eigenintelligenz entwickelt, die es schon bald mit uns Menschen aufnehmen können wird. Aus heiterem Himmel unterkringelt mir Word Wörter, die mir nach mehrfacher Prüfung des Kontextes und der Schreibweise korrekt gesetzt scheinen. Mit einem Rechtsklick lasse ich mir die Verbesserungsvorschläge anzeigen – und ein Lächeln huscht über mein Gesicht.

Word-Schnipsel 1
Word-Schnipsel 2
Word-Schnipsel 3

word  agein

Statt von Marsbewohnern sollte ich stets von Margarinewürfeln schriben und das Wort Religionsgemeinschaften durch Religionskriege ersetzen. Das würde meiner Arbeit eine leicht verwirrende aber sehr interessante Note verleihen. Seltsamerweise kommt dieses Phänomen nur dann vor, wenn ich mehrere Stunden am Stück über der Worddatei saß. Möchte mir Word den Tag versüßen? Oder versucht es doch, mir auf diese Weise eine Nachricht zukommen zu lassen? Was ist die geheime Botschaft hinter den Wortschnipseln?

 
4 Kommentare

Verfasst von - 30. Juni 2014 in Erlebtes

 

Schlagwörter: ,

Bild

Kreative Tierschützer

Kreative Tierschützer

Ein Straßenschbild, das ich in Wien gefunden habe. Ich frage mich, wozu der Aufkleber „Eating Animals“ sonst so gebraucht wird…

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 24. Juni 2014 in Erlebtes, Gedanken

 

Schlagwörter: , , , , ,

Haarige Angelegenheiten

DSCF1600

Da war er noch da

Habt ihr auch schon mal diese Geschichte gehört? Als Kind hat man in einer kreativen Minute die Schere (Küchen-, Bastel- oder Nagelschere) zur Hand genommen, um sich selbst eine neue Frisur zu verpassen. Im besten Fall hat nur der Pony dran glauben müssen. Und wie dann die Eltern quasi aus den Schuhen gekippt sind, wenn sie das Ergebnis gesehen haben, weil am nächsten Tag die Kommunion des Cousins anstand. Als Erwachsener kann man mit solchen Anekdoten Gäste und Freunde unterhalten und ruft so manches Schmunzeln hervor, weil die meisten ein ähnliches Erlebnis in der Kindheit vorzuweisen haben. Ab sofort kann auch ich unter die Anekdotenerzählerinnen gehen.

Vorab: Ich bin erkältet und fühle mich mies und krank. Leider zeigt das Fieberthermometer keine Temperatur an, die mein Vergehen in irgendeiner Weise noch erklären könnte. Aber wenn es draußen 27°C sind und man sich selbst mit zehn Grad mehr rumwälzt und alles unerträglich wird, dann kann man schon auf dumme Gedanken kommen.

Für die bevorstehende Hochzeit in acht Wochen lasse ich schon seit einiger Zeit meine Haare wachsen und ich bin ganz beglückt, wie fröhlich sie vor sich hin wuchern und an Länge zunehmen. Dummerweise wächst auch der Pony mit, piekst irgendwann in die Augen und wird so lang, dass man irgendwann gar nichts mehr sehen kann. Anfangs kann man da noch mit dem Föhn gegensteuern, aber sobald die 5 cm-Marke unterhalb der Augenbrauen erreicht ist, kann man nur noch mit Spängchen weiterhelfen. Oder mit einem Friseurbesuch. Aber wer geht schon zum Friseur, um sich den Pony schneiden zu lassen? Wegen so einer Lappalie! Pah! Also her mit Spängchen und vielen Tipps und Tricks, wie man das verfluchte Ding aus den Augen bekommt.

Und dann kam die Erkältung und die Hitze draußen…

Muss ich noch weitererzählen? Die Schere lag einfach zur falschen Zeit am falschen Ort und eh ich mich versah, war da wieder Tageslicht vor den Augen. Die Ernüchterung folgte beim ersten Blick in den Spiegel. Ich frage mich, ob Außenstehende es mir vielleicht abnehmen werden, dass die Frisur bewusst so gewählt ist. Mein Schatz zumindest meint, ich sähe mit der neuen Frisur süß aus. Wahrscheinlich wie ein zehnjähriges Mädchen, das mit der Bastelschere an sich herumgedoktert hat.
Wenn ich mein wahres Alter verheimliche und die Geschichte so erzähle, als sei sie meinem zehnjährigen Ich passiert, habe ich ab sofort auch immer eine gute Anekdote auf Lager.

Einziges Trostpflaster ist, dass die Haare in acht Wochen wieder um zwei Zentimeter gewachsen sein werden und man meinen Fauxpas spätestens nach dem Friseurbesuch in vier Wochen, an dem die Brautfrisur geprobt wird, (hoffentlich) nicht mehr zu sehen sein wird.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 6. Juli 2013 in Allgemein, Erlebtes

 

Schlagwörter: , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: