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Archiv der Kategorie: Studium

Man muss nicht jeden Tag perfekt sein

ImageZwei Schritte nach vorne – und einen halben wieder zurück. Eine meiner Baustellen ist vermutlich noch immer der Kampf mit der Perfektion. Es ist ein Kampf gegen Wunschbilder, die man von sich selbst hat. Wenn die Realität mit den Bildern nicht ganz überseinstimmt, kommen die Fragen und Zweifel.

In der vergangenen Woche saß ich jeden Tag acht Stunden lang in der Bibliothek und habe an meiner Hausarbeit geschrieben. Ich wusste, wenn ich dieses Tempo über die nächsten Monate durchhalte, dann werde ich mit der Masterarbeit doch so früh fertig wie ich das gerne hätte. Dann kam der Samstag. Ich war mit zwei Freundinnen in der Bibliothek verabredet, um wieder an unseren Arbeiten rumzuwerkeln. Allerdings war die Stimmung etwas dösig und wir haben uns eher unterhalten, anstatt zu lesen oder zu schreiben. Ich sah mein selbstgestecktes Ziel, bis Sonntag mit der Arbeit fertig sein zu wollen, dahinschwinden und spätestens als eine der Freundinnen anfing „Sur le pont d’Avignon“ zu singen, war bei uns allen die Luft raus.

Nicht jeder Tag muss ein Tag sein, an dem man zwei Schritte nach vorne geht. Manchmal ist es wichtig, sich auszuruhen, um wieder Kraft ür die restliche Wegstrecke zu tanken. Für heute habe ich einen Ruhetag eingelegt und das Datum zur Fertigstellung meiner Hausarbeit um ein paar Tage nach vorne geschoben. Stattdessen habe ich einen langen Spaziergang gemacht und habe es mir gutgehen lassen. Muss auch mal sein in meinem Kampf gegen die Perfektion.

 
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Verfasst von - 17. Februar 2013 in Allgemein, Gedanken, Studium

 

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Ravioli, Ravioli

Das neue Jahr hat mich ganz auf dem falschen Fuß erwischt und so habe ich meine Erkältung doch ins neue Jahr mit hineingeschleppt. So etwas Unnötiges! Dafür bleibt die Hoffnung, dass das kommende Jahr nur besser werden kann. Man kann es also als einen sehr guten Start ins Jahr betrachten: Auf dass die Klimax an Glück und Zufriedenheit nicht bereits am Neujahrstag überschritten wurde! Auf jeden Fall blicke ich derzeit mit viel Freude in die Zukunft. Ich sprühe geradezu vor Optimismus und bin sicher, dass ich mein Studium dieses Jahr abschließen werde und dann ab Oktober einen ganz tollen Job habe – meinen Traumjob! (was denn auch sonst? ;) )

Mit diesem ganzen Optimismus beladen ging ich dann gestern zur ersten Chorprobe im neuen Jahr, hustend und röchelnd. Tatsächlich habe ich die Entscheidung später am Abend noch bereut und die heute neu aufgetretenen Halsschmerzen lassen die gestrigen Versuche auch nicht im besseren Licht erscheinen. Lehrreich war die Probe dennoch, denn mir ist plötzlich aufgefallen, wie wir Sänger zum Konsum heranerzogen werden. Vermutlich versucht man besonders bei den idealistischen Studenten durch Gefühlsmanipulationen vorzugehen. Wie sonst ist es zu erklären, dass wir „Ravioli“ so lange besingen sollten, bis wir wirklich fühlten, wie lecker die Nudeln sind, so dass wirdarin quasi knien und baden wollen. Oder wie steht es mit „Maoam“? Beim Lechzen nach dem perfekten Maoam (und dem Haribo-Shop ganz in der Nähe!) durften wir uns sogar tatsächlich auf den Boden knien.
Und heute? Ich muss mal nach einer Dose vegetarischer Ravioli schauen und eine kleinen Packung Maoam suchen. Operation „Manipulation“ geglückt. Bekanntlich ist ja der erste Schritt, gegen solche Manipulation vorzugehen, die Manipulation überhaupt erst einmal aufzudecken. Dank Chorprobe ist das geschehen und so kann ich jetzt gezielt gegen soclhen Konsumterror innerhalb der Uni vorgehen. Nach meiner Dose Ravioli.

 
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Verfasst von - 9. Januar 2013 in Erlebtes, Studium

 

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Ja, bin ich denn in der Irrenanstalt?

Oder: Eine Studentin auf dem Weg, sich Recht zu verschaffen.

Ich habe noch den Satz eines ausländischen Freundes im Ohr, der meinte, er wisse, wie Kafka auf die Idee mit dem Prozess kam: Die deutsche Bürokratie sei wirklich so vertrackt. Oder kennt ihr den Zeichentrickfilm „Asterix erobert Rom“, in dem sich die beiden Helden im Haus, das Verrückte macht, den Passierschein A 38 besorgen müssen? So ähnlich fühle ich mich auch gerade.

Begonnen hat die Geschichte mittlerweile vor fast einem Jahr, mit einer Hausarbeit aus dem vergangenen Sommersemester. Der Dozent war nur ein Semester lang vertretungsweise an der Uni. Das Thema meiner Hausarbeit hat mir richtig Spaß gemacht und ich habe mich ins Zeug gelegt wie noch nie. Ende September war Abgabe. Dass die Korrektur eine Weile dauert, daran ist eine Studentin ja bereits gewohnt. Auf Nachfragen antwortete der Dozent nicht mehr. Im Dezember stand dann einfach die Note im Internet. Ohne jeden Kommentar. Die Note entsprach leider nicht dem,was ich mir gewünscht hätte. Zumindest aber wollte ich mir doch anschauen, was diesem Dozenten an der Arbeit nicht gepasst hat. Ich schrieb immer wieder E-Mails, immer drohender, wie ich hoffte. Keine Antwort.

An wen wendet man sich in solch einem Fall? Ich schrieb eine E-Mail an die Fachschaft. Als auch da keine Antwort kam, ging ich hin und hörte nur: Hm, keine Ahnung. Die nächste Überlegung: Der Modulleiter muss die Arbeit ans Prüfungsbüro weitergeleitet haben, also fragte ich dort nach. Die Sekretärin war sehr nett und stellte einen Antrag, auf Rückforderung der Arbeit aus dem Prüfungsamt. Sie warnte mich allerdings, dass es etwas länger dauern könnte. Acht Wochen später meldete ich mich noch einmal bei ihr. Sie antwortete, sie hätte sich mit einer Dame aus dem Prüfungsamt verständigt, diese würde sich bei mir melden, sobald es etwas Neues gebe. Nach einem weiteren Monat rief ich bei dieser Frau an. Antwort: Die Arbeit sei nie im Prüfungsamt angekommen, ob mir die Sekretärin nicht schon längst bescheid gegeben hätte?

Ich war wirklich ratlos, denn dem Prüfungsamt schien es ziemlich egal zu sein, dass da ein ganzer Stapel an Prüfungsleistungen nicht angekommen sein soll. Ich beschloss, zu der Professorin zu gehen, die von jenem Dozenten vertreten worden war. Ihre erste Reaktion war beunruhigend – und ich fühlte mich ausgescholten wie ein kleines Mädchen. Warum ich denn nicht gleich zu ihr gekommen sei? Und natürlich müsse die Arbeit im Prüfungsamt sein. Sie notierte meinen Namen. Drei Wochen später dann die E-Mail ihrer Sekretärin, die Arbeit müsse irgendwo auf dem Weg ins Prüfungsbüro verloren gegangen sein. Ich möge die Arbeit noch einmal einreichen, sie würden sie an den Dozenten (der mir ja niemals mehr geantwortet hatte) weiterleiten, der seine Anmerkungen noch einmal machen würde. Ich war mir nicht sicher, ob das so in Ordnung ist – immerhin weiß der gute Mann wohl selbst nicht mehr, was er letztes Jahr da hingeschrieben hat. Falls es überhaupt Angemerkungen gegeben hatte. Aber ich schickte die Arbeit ein zweites Mal ab. Gleichzeitig kam eine E-Mail aus dem Prüfungsbüro. Die Arbeit sei nicht zu finden, ich möge mich doch bitte an den Dozenten wenden, da es ohnehin besser sei, die Arbeit direkt mit ihm zu besprechen. Ach, wirklich?

Kurze Zeit später kam dann aber wirklich der Höhepunkt der ganzen Geschichte. Von der Sekretärin der Professorin kam eine E-Mail: Man hätte nicht gewusst, dass ich die Hausarbeit im Mastermodul geschrieben hätte und hätte im Bachelorprüfungsamt nachgefragt. Ich solle doch bitte noch einmal im Masterprüfungsamt nachforschen. Das Prüfungsbüro hat sich bisher nicht mehr gemeldet. Vermutlich hätte ich meine E-Mail freundlicher formulieren sollen. Aber ich konnte nicht anders. Das Haus, das Verrückte macht, beginnt jetzt, nach fünf Jahren Studium, Wirkung zu zeigen.

Wenn ihr mich demnächst mit einer Trompete auf dem Kopf und rollenden Augen durch die Gegend laufen seht, wisst ihr, dass sie es geschafft haben…

 
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Verfasst von - 14. Juli 2012 in Allgemein, Erlebtes, Studium

 

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Typischer Semesterschlussstress

Aus Paris bin ich mittlerweile heile wieder heimgekehrt. Das war sogar schon vor zwei Wochen. Aber seit diesen zwei Wochen komme ich aus der Arbeit einfach nicht mehr raus. Es wird Zeit, dass Semesterferien werden, auch wenn ich mich vor dem Zeitpunkt ein wenig fürchte, weil ich bis dahin meine beiden Hausarbeitsthemen festgelegt haben möchte – um mich gleich wieder in Arbeit zu stürzen.
Aber wer nimmt es einer Studentin ab (meine „Semesterferien“ gehen von Juli bis Oktober), dass das Studium stressig sein kann?
Das Semester hat gefühltermaßen gerade erst begonnen und schon liege ich wieder im Endspurt: Gestern Chorprobe, heute Chorprobe, Dienstag Generalprobe, am Mittwoch und Freitag Konzert. Wir singen die Carmina Burana und wenn ich meine Töne (meistens genau die Terz zwischen Sopran I, den ich höre, und Alt, den ich höre) finde und nicht direkt hinter den dröhnenden Hörnern stehe, macht das Stück richtig viel Spaß.

Ich melde mich bald wieder!

 
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Verfasst von - 8. Juli 2012 in Allgemein, Studium

 

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Pfingstferien

Das Sommersemester ist besonders freundlich, da die Wochen immer wieder von Ferientagen unterbrochen werden. Der absolute Höhepunkt dabei sind die Pfingstferien. Wir machen hier nicht nur am Pfingstmontag Pause, sondern legen noch vier weitere Wochentage drauf.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die vorlesungsfreie vergangene Woche ganz vorbildlich mit Hausarbeiten und mit reichlich aufschlussreicher Lektüre zu verbringen. Aber wie das so ist, wurden meine Pläne einfach über den Haufen geworfen – besser noch: Ich selbst habe sie einfach auf einen Haufen zusammengeworfen und im Kollektiv beiseite geschoben. Ich habe zwei Freundinnen besucht, einen wunderschönen Liebesroman gelesen, gekocht und gut gegessen, viel geschlafen und sehr viel nachgedacht und überlegt.

Es ist unglaublich, wie ruhig ich jetzt am Ende der Woche geworden bin. Ich plädiere dafür, dass man sich immer wieder, vielleicht einmal im Monat, eine solche Auszeit gönnt, den Arbeitsberg vor einem vergisst und dafür Dinge tut, die sonst immer aufgeschoben werden, wie Freunde zu besuchen, endlich mal wieder ins Kino zu gehen oder im Schwimmbad die Sonne zu genießen.

Ich wünsche euch allen eine schöne Woche!

 
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Verfasst von - 3. Juni 2012 in Allgemein, Erlebtes, Gedanken, Studium

 

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Ein Fluß rauschte beständig aus der Tiefe…

Postapokalyptische VisionLandschaftsbeschreibungen in der Literatur sind meist Passagen, die man gerne überspringt. Besonders über Karl Mays Bücher heißt es: Und dann habe ich dreißig Seiten weiter geblättert, bis die Geschichte weiterging. (Wobei ich selbst stolz verkünden möchte, dass ich mich durch solche Passagen gekämpft habe! Allerdings fand ich sie langweilig und daher haben sie mir keinen Mehrwert eingebracht…) Muss ich ein Buch schnell lesen, überspringe ich solche Stellen übrigens auch, weil sie nicht zur Handlung beitragen. Ein Professor hat allerdings bereits mehrfach erklärt, dass man das nicht tun solle, weil man gerade in den Landschaftsbeschreibungen eine besondere Botschaft über das Buch finden könne.
Da ich mich aber immer noch mit der Bedeutsamkeit von Landschaftsgemälden in der Literatur schwertue, stelle ich hier kurz einige Gedanken vor, die mir ebenjener Professor versucht hat einzupflanzen.

Es gibt drei Arten von Landschaftsgemälden. Die klassichen zwei, das sind der locus amoenus und der locus terribilis. Der locus amoenus stellt die schöne Natur dar, mit Bäumen, Flüsschen und sanften Hügeln. Die Natur hat hier nichts Erschreckendes, sie ist durchsichtig und transparent. Dagegen zeigt der locus terribilis die erhabene Natur: Sie ist gefährlich, undurchsichtig und wild. Der dritte Landschaftstyp ist eine Mischung dieser beiden Formen, nämlich der pittoreske Landschaftstyp. Die Grundlage dazu bildet der schöne Raum, der vom Menschen nach seinen Vorstellungen gestaltet worden ist, dann aber von der Natur zurückerobert wurde. Sie ist wirr und soll dem modernen Leser klarmachen, dass die Natur weder schön noch erhaben ist. Sie ist eben ein Wirrwarr, in dem man sich erst zurechtfinden muss. Man durchschaut die Natur nicht mehr, steht ihr sozusagen hilflos gegenüber.

Ob mir diese Erkenntnisse beim Verständnis einiger Texte helfen können, bleibt abzuwarten. Das nächste Mal, wenn ich auf Landschaftsbeschreibungen stoße, muss ich einfach mal daurauf achten, um welchen Typus es sich handelt und was sich dahinter verbirgt. Vielleicht ist es eine ganze Poetologie.

Mich hat die Schilderung pittoresker Landschaften übrigens an Bilder von postapokalyptischen Visionen in Japan erinnert. Auch hier werden von Menschen gestaltete Plätze dargestellt, die sich die Natur zurückerobert hat, nachdem die Menschen verschwunden sind. Einfach wunderschöne Bilder, die etwas Trauriges und Beruhigendes zugleich ausstrahlen.

 
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Verfasst von - 19. April 2012 in Bücher, Gedanken, Studium

 

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Das Semester hat begonnen

Auf zur nächsten Runde. Gestern hat das neue Semester begonnen, mit Mensabesuch und der ersten Vorlesung (Deutsche Lyrik).
Was soll ich sagen: Dieser erste Tag war schon wieder so anstrengend, dass ich unbedingt Ferien brauche. Zum Glück steht das Osterwochenende kurz bevor, sodass diese erste Semesterwoche bereits am Donnerstag endet. Dafür stehen wieder alle guten Vorsätze an, alle Veranstaltungen zu meiner Zufriedenheit vor- und nachzubereiten, mir rechtzeitig die Hausarbeitsthemen auszusuchen und diese frühzeitig fertig zu stellen, mir Gedanken zu meiner Masterarbeit zu machen, mich außeruniversitär zu engagieren, den Lesekreis trotz widriger Umstände auf jeden Fall zusammenzuhalten, regelmäßig zum Sport zu gehen und auf jeden Fall die Sonne zu genießen (so sie denn wieder hevorkommen sollte).

Leider gibt es jetzt schon wieder so viel zu tun, dass ich gerade über einer To-Do-Liste sitze, um auch ja nichts zu vergessen. Man hats nicht leicht als Studentin! :D

 
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Verfasst von - 3. April 2012 in Studium

 

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