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Schlagwort-Archive: Alltag

Parkverbot mit Herz

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Oooooooh!!

Neulich auf dem Weg zum Einkaufen stand die Sonne genau richtig. Für mehr Liebe in der Welt? Alles klar, Frau Sonne, ich trage die Botschaft gerne weiter.

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Verfasst von - 28. September 2015 in Erlebtes

 

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Aufruf zu mehr Komplimenten im Alltag!

Gestern saß ich in der Mensa, als eine wildfremde junge Frau auf mich zukam und mir sagte, sie fände, ich hätte tolle Haare. Mit was für einer Freude ich mein restliches Essen verputzt habe, kann man sich vielleicht vorstellen.
Nach dem Essen bin ich in die Bibliothek marschiert, um dort letzte Hand an meine Hausarbeit anzulegen und wurde dort mit der Begrüßung empfangen, mein Rock sei sehr schön.
Den ganzen restlichen Tag bin ich quasi durch die Gegend geschwebt und wusste: Es sollte viel mehr Komplimente im Leben geben! Und das nächste Mal, wenn ich denke, dass jemand eine richtig tolle Frisur oder ein richtig schönes Kleid anhat, dann werde ich das auch sagen.

Für mehr Komplimente im Alltag!

 
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Verfasst von - 10. April 2013 in Allgemein, Erlebtes, Gedanken

 

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Für den Alltag nicht geeignet

Non vitae, sed scholae discimus.
Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir. Wir Lateinschüler fanden es damals ganz lustig, das bekannte Zitat (Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir) auf diese Art zu verdrehen, nicht ahnend, dass diese Fassung in Wahrheit das Original ist. Seneca hat damit die Schulen seiner Zeit kritisiert. Und heute ist diese Kritik noch immer aktuell.

Das habe ich mal wieder festgestellt, als ich in Frankreich unterwegs war. Ich spreche und schreibe ein Französisch, mit dem ich mich in der französischen Uni adäquat sschriftlich und mündlich ausdrücken kann. Ich kann mich natürlich auch auf der Straße verständlich machen. UNd dennoch habe ich feststellen müssen, dass ich keine Ahnung habe, wie man in Frankreich WIRKICH sprachlich einkaufen geht. In den Geschäften kann ich mich bedanken, nach konkreten Dingen fragen und fordern – aber die Floskeln, die man tatsächlich benutzt, die kannte ich nicht. Kein Mensch hat mir in der Schule beigebracht, dass man auf ein „Merci“ mit einem „Je vous en prie“ antwortet. Auch die ganzen spielerischen Übungen im Unterricht, mit denen man lernen soll, wie man auf einem Markt einkauft, sind im Prinzip Unsinn – denn die Franzosen benutzen in Wahrheit eben doch andere Formulierungen. Ich hätte in meinem Auslandsjahr vermutlich mehr Zeit in Geschäften ud auf dem Markt verbringen sollen, um den Gesprächen zu lauschen. Aber dafür war ich natürlich zu beschäftigt – typisch: Für die wahren Wichtigkeiten des Lebens nimmt man isch ienfach keine Zeit. Was sagt man zum Beispiel, wenn man keine Tüte für seinen Einkauf braucht? Nur durch Zufall habe ich mal aufgeschnappt, wie ein Herr vor mir die Plastiktüte sehr höflich abgelehnt hat. Für das von mir bis dahin gewählte „Ich brauche keine Tüte, Danke“ habe ich mich dann einfach nur noch schämen müssen.
Mein Französisch ist für den Alltag einfach nicht geeignet.

Auf den Vorwurf, dass die Schule nicht auf das alltägliche Leben vorbereite, reagieren Schulbuchverläge mittlerweile. Als ich ein Mädchen ein Jahr lang in Hausaufgaben und Prüfungen durch die achte Klasse begleitete habe ich festgestellt, dass sich die Lehrbücher seit meiner eigenen Schulzeit drastisch geändert haben. Vor allem das Mathebuch erregte meinen Unmut. Lambacher Schweizer-Bücher haben einfach grau und trist auszusehen. Das hat ihren Charme – und den Charme des Matheunterrichts gleich mit dazu – einfach ausgemacht. Jetzt sind die Bücher bunt, um zu vermitteln, wie lustig und bunt die Mathematik sein kann. Während wir damals Textaufgaben lösen mussten, die einfach Textaufgaben waren, haben diese heute einen Anstrich der Alltagspraxis. Man möchte einen Auslauf für seinen Hund bauen und mit einer bestimmten Zaunlänge die Fläche so groß wie möglich machen (neben der Aufgabe ist natürlich noch eine farbige Abbildung eines Hundes zu sehen). Dem Mädchen ging es nicht in den Kopf, dass diese Rechenaufgabe alltagstauglich sein sollte. Sie hätte einfach rumprobiert, wie die Fläche am größten wird. Ich wahrscheinlich auch.

 

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Voyeurismus pur?

Als ich damit begann, hatte ich noch eine gute Ausrede dafür: Jeden Tag ein bisschen Französisch lesen. Wirklich nur ein bisschen. Denn die die kleinen Geschichten auf der Seite viedemerde.fr sind wirklich sehr kurz. Unterhaltsam sind die kleinen Anekdoten aus dem Alltag obendrein. In wenigen Sätzen werden Peinlichkeiten oder sonstige Blamagen erzählt, alles was darauf hindeutet, dass man eben ein scheiß Leben habe, une vie de merde. Die Betreiber der Seite geben zwar an, sie würden nur Geschichten aufnehmen, die sehr wahrscheinlich wären (überprüfen ließen sie sich eben nicht), doch klingen sehr viele davon nur wenig realistisch. Aber das ist wohl egal, denn nicht nur ich, sondern auch Tausende anderer Menschen mit mir, genießen es, die Geschichten zu lesen.

Was macht die Seite so erfolgreich? Erfreuen wir uns am Unglück anderer? Ich erinnere mich an eine Sendung aus meiner Kindheit „Bitte lächeln“, in der sich die Leute kaputtlachten, über Videos, in denen sich Leute wohl ziemlich heftig verletzten. Als empathiefähige Wesen sollte man meinen, wir müssten Mitleid haben, da uns allen bestimmt mal etwas Peinliches oder richtig Dummes passiert ist und wissen, wie man sich fühlt.
Das Internet mit seiner (angeblichen?) Anonymität hat übrigens eine neue Qualität an solch peinlichen Geschichten hervorgebracht, denn die Leute machen hier öffentlich, was sie oft wohl nicht einmal ihren Freunden erzählen würden. Nirgendwo sonst als im Internet wird wohl so freigiebig über das eigene Liebesleben erzählt. Aber die Frage bleibt trotzdem: Warum können wir darüber lachen? Sind wir alle vielleicht ein bisschen voyeuristisch veranlagt?
Nun, ich bin es wohl, denn seit drei Jahren lese ich fast täglich Peinlichkeiten, Missgeschicke und einfach Gründe, warum das Leben grausam ist.
Übrigens gibt es die Seite mittlerweile auch auf Deutsch: Mein scheiß Leben (Motto: Mein Leben ist scheiße und ihr könnt mich alle mal). Seltsamerweise kann ich dieser Seite einfach nichts abgewinnen. Schlecht formulierte Geschichten, die mich eher peinlich berühren als erheitern. Vielleicht ist Voyeurismus also doch nicht die richtige Diagnose.

 
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Verfasst von - 29. Februar 2012 in Allgemein, Gedanken

 

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