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Spechte: Eine Bedrohung für sich

Buntspecht

Bild von Isfugl

Im letzten Sommer schreckten wir eines Morgens früh aus dem Schlaf. Es war halb fünf Uhr morgens und irgendjemand… machte da einen unglaublichen Lärm. Es klang, als würde einer unserer Nachbarn Nägel in die Wände schlagen. Oder als würde draußen jemand Gartenarbeit verrichten und dabei statt der Erde Steine zerhacken. Oder als würde jemand sehr früh morgens trommeln üben. Ein Gang durchs Treppenhaus: alles ruhig. Ein Bick aus dem Febster: nichts zu sehen. Es muss ein Geistesblitz gewesen sein, dass ich aus dem Fenster gelehnt, mit der Hand gegen die Hauswand schlug. Das Klopfen hörte auf und um die Ecke kam ein höchst merkwürdiger Vogel gehüpft, der mich zutiefst beleidigt anblickte und dann davonflog. Er hatte einen blutroten Unterleib und ich dachte noch, er sei vielleicht verletzt, bevor ich dann dank Internet herausfand, dass alle Buntspechte so aussehen.
Seitdem hat uns das Tierchen ständig besucht, zu den wirklich unmöglichsten Zeiten und immer wieder habe ich ihn durch das Schlagen an die Hauswand vertrieben. Dann waren wir eine Woche im Urlaub und als wir wiederkamen und ich im Garten Wäsche aufhängen wollte, war der Rasen an der Hauswand weiß wie Schnee – und das im Sommer. Es war Styropor und ich entdeckte das erstaunlich tiefgehende Loch in unserer Hauswand. Sobald Spechte sich irgendwo einnisten, darf man sie von dort nicht mehr verjagen. Sie stehen unter Naturschutz. Der Hausmeister wurde gerufen und das Loch verschlossen. Seitdem hatten wir Ruhe.
Gestern dann, war er plötzlich wieder da. Er geht jetzt geschickter an die Sache heran: Er hat sich eine Zeit ausgesucht, in der die Hausbewohner nicht schlafen, sondern in der Regel schon längst weg und auf der Arbeit sind. Und er hat nicht durchgehend geklopft, sondern immer wieder inneghealten, so dass ich irgendwann dachte, ich würde mir den Vogel nur einbilden. Um ihn zu verscheuchen, brauchte ich auch länger als sonst. Es steht außer Zweifel: Herr Specht hat sich den Winter über zurückgezogen, um neue und finstere Pläne gegen unser Wohnhaus zu schmieden und ist nun fest entschlossen, sie in die Tat umzusetzen.

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Verfasst von - 10. März 2012 in Allgemein, Erlebtes

 

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