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Schlagwort-Archive: Hausarbeit

Man muss nicht jeden Tag perfekt sein

ImageZwei Schritte nach vorne – und einen halben wieder zurück. Eine meiner Baustellen ist vermutlich noch immer der Kampf mit der Perfektion. Es ist ein Kampf gegen Wunschbilder, die man von sich selbst hat. Wenn die Realität mit den Bildern nicht ganz überseinstimmt, kommen die Fragen und Zweifel.

In der vergangenen Woche saß ich jeden Tag acht Stunden lang in der Bibliothek und habe an meiner Hausarbeit geschrieben. Ich wusste, wenn ich dieses Tempo über die nächsten Monate durchhalte, dann werde ich mit der Masterarbeit doch so früh fertig wie ich das gerne hätte. Dann kam der Samstag. Ich war mit zwei Freundinnen in der Bibliothek verabredet, um wieder an unseren Arbeiten rumzuwerkeln. Allerdings war die Stimmung etwas dösig und wir haben uns eher unterhalten, anstatt zu lesen oder zu schreiben. Ich sah mein selbstgestecktes Ziel, bis Sonntag mit der Arbeit fertig sein zu wollen, dahinschwinden und spätestens als eine der Freundinnen anfing „Sur le pont d’Avignon“ zu singen, war bei uns allen die Luft raus.

Nicht jeder Tag muss ein Tag sein, an dem man zwei Schritte nach vorne geht. Manchmal ist es wichtig, sich auszuruhen, um wieder Kraft ür die restliche Wegstrecke zu tanken. Für heute habe ich einen Ruhetag eingelegt und das Datum zur Fertigstellung meiner Hausarbeit um ein paar Tage nach vorne geschoben. Stattdessen habe ich einen langen Spaziergang gemacht und habe es mir gutgehen lassen. Muss auch mal sein in meinem Kampf gegen die Perfektion.

 
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Verfasst von - 17. Februar 2013 in Allgemein, Gedanken, Studium

 

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Ja, bin ich denn in der Irrenanstalt?

Oder: Eine Studentin auf dem Weg, sich Recht zu verschaffen.

Ich habe noch den Satz eines ausländischen Freundes im Ohr, der meinte, er wisse, wie Kafka auf die Idee mit dem Prozess kam: Die deutsche Bürokratie sei wirklich so vertrackt. Oder kennt ihr den Zeichentrickfilm „Asterix erobert Rom“, in dem sich die beiden Helden im Haus, das Verrückte macht, den Passierschein A 38 besorgen müssen? So ähnlich fühle ich mich auch gerade.

Begonnen hat die Geschichte mittlerweile vor fast einem Jahr, mit einer Hausarbeit aus dem vergangenen Sommersemester. Der Dozent war nur ein Semester lang vertretungsweise an der Uni. Das Thema meiner Hausarbeit hat mir richtig Spaß gemacht und ich habe mich ins Zeug gelegt wie noch nie. Ende September war Abgabe. Dass die Korrektur eine Weile dauert, daran ist eine Studentin ja bereits gewohnt. Auf Nachfragen antwortete der Dozent nicht mehr. Im Dezember stand dann einfach die Note im Internet. Ohne jeden Kommentar. Die Note entsprach leider nicht dem,was ich mir gewünscht hätte. Zumindest aber wollte ich mir doch anschauen, was diesem Dozenten an der Arbeit nicht gepasst hat. Ich schrieb immer wieder E-Mails, immer drohender, wie ich hoffte. Keine Antwort.

An wen wendet man sich in solch einem Fall? Ich schrieb eine E-Mail an die Fachschaft. Als auch da keine Antwort kam, ging ich hin und hörte nur: Hm, keine Ahnung. Die nächste Überlegung: Der Modulleiter muss die Arbeit ans Prüfungsbüro weitergeleitet haben, also fragte ich dort nach. Die Sekretärin war sehr nett und stellte einen Antrag, auf Rückforderung der Arbeit aus dem Prüfungsamt. Sie warnte mich allerdings, dass es etwas länger dauern könnte. Acht Wochen später meldete ich mich noch einmal bei ihr. Sie antwortete, sie hätte sich mit einer Dame aus dem Prüfungsamt verständigt, diese würde sich bei mir melden, sobald es etwas Neues gebe. Nach einem weiteren Monat rief ich bei dieser Frau an. Antwort: Die Arbeit sei nie im Prüfungsamt angekommen, ob mir die Sekretärin nicht schon längst bescheid gegeben hätte?

Ich war wirklich ratlos, denn dem Prüfungsamt schien es ziemlich egal zu sein, dass da ein ganzer Stapel an Prüfungsleistungen nicht angekommen sein soll. Ich beschloss, zu der Professorin zu gehen, die von jenem Dozenten vertreten worden war. Ihre erste Reaktion war beunruhigend – und ich fühlte mich ausgescholten wie ein kleines Mädchen. Warum ich denn nicht gleich zu ihr gekommen sei? Und natürlich müsse die Arbeit im Prüfungsamt sein. Sie notierte meinen Namen. Drei Wochen später dann die E-Mail ihrer Sekretärin, die Arbeit müsse irgendwo auf dem Weg ins Prüfungsbüro verloren gegangen sein. Ich möge die Arbeit noch einmal einreichen, sie würden sie an den Dozenten (der mir ja niemals mehr geantwortet hatte) weiterleiten, der seine Anmerkungen noch einmal machen würde. Ich war mir nicht sicher, ob das so in Ordnung ist – immerhin weiß der gute Mann wohl selbst nicht mehr, was er letztes Jahr da hingeschrieben hat. Falls es überhaupt Angemerkungen gegeben hatte. Aber ich schickte die Arbeit ein zweites Mal ab. Gleichzeitig kam eine E-Mail aus dem Prüfungsbüro. Die Arbeit sei nicht zu finden, ich möge mich doch bitte an den Dozenten wenden, da es ohnehin besser sei, die Arbeit direkt mit ihm zu besprechen. Ach, wirklich?

Kurze Zeit später kam dann aber wirklich der Höhepunkt der ganzen Geschichte. Von der Sekretärin der Professorin kam eine E-Mail: Man hätte nicht gewusst, dass ich die Hausarbeit im Mastermodul geschrieben hätte und hätte im Bachelorprüfungsamt nachgefragt. Ich solle doch bitte noch einmal im Masterprüfungsamt nachforschen. Das Prüfungsbüro hat sich bisher nicht mehr gemeldet. Vermutlich hätte ich meine E-Mail freundlicher formulieren sollen. Aber ich konnte nicht anders. Das Haus, das Verrückte macht, beginnt jetzt, nach fünf Jahren Studium, Wirkung zu zeigen.

Wenn ihr mich demnächst mit einer Trompete auf dem Kopf und rollenden Augen durch die Gegend laufen seht, wisst ihr, dass sie es geschafft haben…

 
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Verfasst von - 14. Juli 2012 in Allgemein, Erlebtes, Studium

 

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Typischer Semesterschlussstress

Aus Paris bin ich mittlerweile heile wieder heimgekehrt. Das war sogar schon vor zwei Wochen. Aber seit diesen zwei Wochen komme ich aus der Arbeit einfach nicht mehr raus. Es wird Zeit, dass Semesterferien werden, auch wenn ich mich vor dem Zeitpunkt ein wenig fürchte, weil ich bis dahin meine beiden Hausarbeitsthemen festgelegt haben möchte – um mich gleich wieder in Arbeit zu stürzen.
Aber wer nimmt es einer Studentin ab (meine „Semesterferien“ gehen von Juli bis Oktober), dass das Studium stressig sein kann?
Das Semester hat gefühltermaßen gerade erst begonnen und schon liege ich wieder im Endspurt: Gestern Chorprobe, heute Chorprobe, Dienstag Generalprobe, am Mittwoch und Freitag Konzert. Wir singen die Carmina Burana und wenn ich meine Töne (meistens genau die Terz zwischen Sopran I, den ich höre, und Alt, den ich höre) finde und nicht direkt hinter den dröhnenden Hörnern stehe, macht das Stück richtig viel Spaß.

Ich melde mich bald wieder!

 
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Verfasst von - 8. Juli 2012 in Allgemein, Studium

 

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Sie ist fertig!

HausarbeitsbergIch habe es geschafft! Immer wieder bin ich verzweifelt, immer wieder dachte ich, es wird niemals so weit sein. Aber alles hat einmal ein Ende und das meiner Hausarbeit kam rascher als ich es an dem Tag selbst sogar angenommen hatte. Nachdem ich ein ganzes Jahr lang über mein Wunschthema nachgedacht hatte und mir endlich eines eingefallen war, wollte ich die Arbeit schnell hinter mich bringen. Doch drei selbstgesetzte Fristen (Anfang Februar, Ende Februar, Anfang März) wurden nicht eingehalten. Es hätte mich nicht gewundert, wäre sie auch Ende März nicht fertig gewesen.

BücherstapelLetzten Donnerstag war es dann so weit. Der letzte Satz wurde geschrieben und die Arbeit ging auf Korrekturlesereise. Sie umfasst insgesamt stolze 26 Seiten und mein langes Literaturverzeichnis hat mich am Ende selbst überrascht, da ich zumindest in meiner Erinnerung kaum etwas gelesen habe.

Die Bibliotheksbücher habe ich alle gesammelt zurückgebracht und bis Semesterbeginn (am kommenden Montag) wird mein Benutzerkonto erst einmal auf null Ausleihen stehen. Der schwierigste Schritt steht jetzt allerdings noch an: Arbeit ausdrucken, darauf hoffen, dass alle Tippfehler ausgemerzt wurden, sie dann abgeben und auf die Bewetung warten.

Aber vorher sing, tanze und schwebe ich noch ein wenig durch die frühlingshaft erleuchteten Räume meiner Wohnung.

 
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Verfasst von - 28. März 2012 in Allgemein, Bücher, Erlebtes, Studium

 

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Hausarbeiten schreiben

Klausuren stehen nicht mehr an. Mit dem Bachelorabschluss habe ich sie endgültig hinter mir gelassen. Das ist gut für die Gesundheit; für meine eigene wie auch für die aller meiner Nahestehenden, die meine Klausurlaunen („und ich schaffe das alles gar nicht mehr!“) jetzt nicht mehr zu hören brauchen. Im Master schreibe ich nur noch Hausarbeiten. Ein Klacks – zumindest dachte ich das immer. Mich mit selbsterwählten Themen zu beschäftigen, einen etwas längeren Text dazu verfassen: Das klingt nach genau dem, wonach ich immer gesucht habe.

Während meine ersten Versuche noch ganz munter verliefen, stellte sich im Laufe der Zeit aber ein Konflikt zwischen meiner Arbeitsweise und meinem Arbeitsethos ein. Nach meinem Ethos müsste ich Tag und Nacht an der Arbeit sitzen, so lange, bis sie fertig ist. Vielleicht würde ich mir sogar den Schlaf in der Nacht gönnen, wenn ich den ganzen Tag an meinem Laptop säße. Immerhin bin ich der festen Überzeugung, dass man eine Hausarbeit auch innerhalb einer Woche schreiben kann, wenn es sein muss, dass zwei Wochen aber ausreichen müssten, vielleicht vier Wochen, wenn man noch auf bestellte Bücher aus der Bibliothek warten muss.

Und dann klopft wieder die Realität bei mir an und sagt: Kiya, du sitzt bereits sechs Wochen an der Arbeit. Was hast du eigentlich die ganze Zeit gemacht?
Was ich gemacht habe? Das ist eine gute Frage. Es gibt mehrere Gründe, warum ich nicht zielstrebiger war. Ich lasse mich wohl doch zu sehr von meinem spontanen Interesse leiten, einige Dinge weiter zu vertiefen als es nötig wäre. (Aber verbringt man nicht gerne eine ganze Woche mit Fichte, um den zweiten Lehrsatz seiner Grundlage des Naturrechts zu verstehen, nur um einen oder zwei Sätze in die Hausarbeit fließen zu lassen?) Außerdem merke ich, dass ich eben keine Maschine bin. Nach bereits wenigen Stunden intensiver Kopfarbeit, beginnt er zu rauchen und meine Konzentration und die Produktivität merklich nachzulassen. Und außerdem brauche ich die Zeit, um viel über das Thema nachzudenken. Es nützt ja nichts, darüber zu lesen und eine schnelle eigene Meinung dazu zu bilden. Meine Erfahrung sagt: Je länger man über eine gewisse Sache nachdenkt, desto differenzierter werden die Ansichten darüber, desto größer wird das Verständnis auch für Pros und Kontras anderer, desto leichter fällt das Sprechen über diese Sache.

Trotzdem fühle ich mich wie eine kleine Schildkröte, die gemächlich und behäbig ein Füßchen vor das andere setzt, immer wieder die schöne Welt betrachtet und kaum spürbar vorankommt. Aber zum Abgabetermin bin ich immer fertig…

 
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Verfasst von - 1. März 2012 in Allgemein, Gedanken, Studium

 

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