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Wo sind bloß die Karotten?

Gemeinsam mit den Kaninchen hielt auch das Gemüse als Dauerbestand bei uns Einzug. Zuvor gab es Gemüse nur ausnahmnsweise. Das liegt nicht daran, dass ich Gemüse nicht mögen würde. Aber es lohnte sich nicht, weil wir nicht jeden Tag kochten und Frischzeug eben nicht ewig frisch bleibt. Mit den Kaninchen also, die ich wohl gesünder füttern wollte als mich selbst, kamen vor allem die Karotten in den Kühlschrank. Auch der Salatkopf lohnte sich plötzlich, denn alles, was nicht in meinem Salat landete, verschwand in den Kaninchenmägen.

Zu dieser Zeit begann dann auch das Experimentieren mit verschiedenem Gemüse. Aus meinem Auslandsjahr in Paris wusste ich noch, dass nicht jedes Gemüse nach Gemüse schmecken muss: Egal, was ich dort kaufte – Tomaten, Karotten, Gurken, Zucchini – alles war für den rohen Verzehr ungenießbar, weil es einfach nach gar nichts schmeckte. Die Vorurteile über holländisches Gemüse hat man vielleicht schon mal gehört und auch weil ja regional so schön umweltbewusst sein soll, habe ich mich also bemüht, hauptsächlich deutsches Gemüse auf dem Markt zu ergattern. Aber was soll man machen? Wenn da zwei Kilo holländische Karotten für einen unschlagbaren Preis angeboten werden? Nach langem Zögern griff ich zu und probierte schon mal auf dem Nachhauseweg. Puh! Schmeckte nach nichts! Mich habe diese Karotten nicht weiter locken können, aber die beiden Kaninchen haben in der nächsten Zeit zwei Kilo davon vernichten müssen. Um holländische Karotten mache ich seitdem einen großen Bogen.

Ein Erweckungserlebnis hatte ich dann kurz nach dem Einkauf im Biosupermarkt. Ich brauchte noch Karotten und der Einfachkeit halber nahm ich von dort trotz höherem Kilopreis zwei Stück mit. Besagtes Erweckungserlebnis stellte sich dann beim Kosten ein. Wahnsinn! Die konevntionellen bis dahin waren nichts im Vergleich zu diesem herrlichen Gemüse. Bis dato war ich allen Aussagen gegenüber, die behaupteten, man schmecke den Unterschied bei bio, eher skeptisch eingestellt – die Erwartung, dass es besser schmecken müsse sei wohl entscheidend, so meine Überzeugung. Aber jetzt war ich bekehrt und schwebte geradezu über den Boden, immer wieder hin zum Biosupermarkt. Und dann landete ich in der letzten Woche ziemlich hart auf dem Boden. Die deutschen Karotten sind weg, stattdessen liegen da italienische. Mist. Bei Aldi und Rewe kommen die bio-Möhren aus Israel, die konventionellen aus Spanien und Portugal, auf dem Markt aus Holland.

Aber ist denn nicht das ganze Jahr über Karottensaison? Ein Blick auf den Saisonkalender klärte mich auf: Saison ist erst wieder ab Ende Juni, Hauptsaison ist im Oktober.
Zwei Sachen bleiben also zu bedenken: Wie alt waren die deutschen Karotten, die ich vorletzte Woche noch kaufen konnte wirklich (die Saison endet im Dezember) und zweitens: Welche Karotten probiere ich als nächstes aus? :(

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6 Kommentare

Verfasst von - 19. Mai 2012 in Allgemein, Erlebtes, Gedanken

 

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