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Kreative Tierschützer

Kreative Tierschützer

Ein Straßenschbild, das ich in Wien gefunden habe. Ich frage mich, wozu der Aufkleber „Eating Animals“ sonst so gebraucht wird…

 
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Verfasst von - 24. Juni 2014 in Erlebtes, Gedanken

 

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Mein ungehörter Aufschrei

Indignez-vous! – Empört euch! Es ist vor allem dieser Aufruf, der vom kürzlich verstorbenen Stéphane Hessel in Erinnerung ist. Ja, warum empören wir uns denn nicht? Oder empören wir uns vielleicht doch? Bloß so zum Vergnügen? So lange, bis uns wieder etwas anderes einfällt, das wir tun können?

Foto: redronafets

Foto: redronafets

Auch ich vergesse immer wieder diesen Aufschrei meiner Seele, der mich manchen Schlaf kostet, der mich zum Weinen und zur Verzweiflung treibt. Manchmal denke ich tage-, wochen-, ja vielleicht sogar monatelang nicht mehr daran. Aber dafür bäumt sich in mir irgendwann nur noch alles umso stärker auf mit einem Schrei, der mir wieder wochenlang in den Ohren klingen wird.

Ich empöre mich über die himmelschreiende Ungerechtigkeit der Lebensmittelverteilung in dieser globalisierten Welt!
Ich empöre mich über die Lebensmittelvernichtung von Waren, die der Norm nicht entsprechen!
Ich empöre mich über die absolut inakzeptable Art und Weise der Tiermast!
Ich empöre mich über moralisch schizophrene Heuchler!
Ich empöre mich über diejenigen, die Systeme zum Schaden aller ausnutzen!
Ich empöre mich über Systeme, die die Wohlhabenden immer weiter bevorzugen und anderen keine Chance mehr lassen!
Ich empöre mich darüber, wie die Not vor der eigenen Haustür einfach übersehen werden kann!
Und vor allem bin ich empört, weil ich so ohnmächtig vor all diesen Dingen stehe und nicht weiß, wie ich etwas dagegen tun kann.

Vor Jahren habe ich mich dazu entschlossen, kein Fleisch mehr zu essen. Ich verzichte aufs Auto und ich vermeide Flugzeuge, wenn es nur geht. Ich kaufe bewusst ein und versuche, Bio- und Fairtradewaren zu kaufen. Tanja Busse hat mich mit ihrem Buch „Die Einkaufsrevolution“ ermutigt, dass auch die Konsumenten mit ihrer Einkaufsentscheidung Macht haben. Aber im Grunde weiß ich, dass das hauptsächlich mein eigenes Gewissen beruhigen soll. Das allein ändert nichts am System – und ich weiß, dass ich mit meiner Wahl von Bio-Produkten  selbst ausgenutzt werden kann. Ich weiß, dass nicht überall, wo bio draufsteht nur bio drin ist. Ich weiß, dass ich mich zu sehr auf die Siegel verlasse. Dieses Gefühl kann ich allerdings noch akzeptieren.

Nicht akzeptieren kann ich dagegen das Gefühl, von Organisationen ausgenutzt zu werden, wenn ich für eine gute Sache Geld spende. Oder von jemandem, der auf der Straße um Geld bettelt. Werde ich ausgenutzt? Und ich lächle vielleicht, schüttele den Kopf und gehe aus Scham mit auf den Boden gesenktem Blick an einem vielleicht Hilfebedürftigen vorüber.

Vor einigen Wochen wurde ich gefragt, warum ich als junge Frau nicht vor dem Kölner Krankenhaus protestiere, das eine vergewaltigte Frau abgewiesen hatte. Ich zuckte mit den Schultern. Ich glaube nicht daran, dass so etwas tatsächlich etwas bewegen oder verändern kann. Überhaupt Demonstrationen? Ich glaube nicht daran. Wie aber kann ich dann die Welt verändern?
Ich habe es mit der Politik und einer NGO versucht. Aber auch dabei: Es wird geredet und geredet, es wird aber nichts getan. Außerdem weiß ich gar nicht, wo ich überhaupt mit dem Weltverändern anfangen soll. Reicht es, sich für mehr Tierschutz oder für die Menschenrechte einzusetzen? Oder muss ich mich gleich für eine Veränderung des ganzen Wirtschaftssystems starkmachen? Und wie geht das? Verzweifelt suche ich nach Handlungsanweisungen, weil mir selbst dazu immer nur einfällt: Ich muss raus hier! Ich muss weg, irgendwohin, wo es das alles nicht gibt – und dann fange ich noch mal ganz von vorne an.

In mir schreit es – und mein Schrei bleibt ungehört.

 
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Verfasst von - 6. März 2013 in Erlebtes, Gedanken

 

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